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Im deutschen Reich · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · p. 163

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1915-08-01
Page
163 (sequence 8)
Language
German
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Umschau. 163 deutschen Sache verbreitet werden müßte." Der Centralverein hat sich in diesem Sinne eifrig betätigt. Selbst die ,,Neue Preußische (Kreuz-) Zeitung" hat am/ 13. Juli d. I. die Schandtaten russischer Soldaten gegen die Juden in Polen an den Pranger gestellt und dabei berichtet: „Aus der Tiefe ihres Jammers haben die von den Russen verfolgten russisch-polnischen Juden eieren herzzerreißenden Hilferuf an ihre Glaubensgenossen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika gerichtet. Sie führen eine Reihe von Gräueltaten an, die ihre Gewalthaber gegen sie begangen haben. So zerrten die Russen am Versöhnungstage bei Staszow zwölf Juden aus dem Bethaus heraus und hängten sie aus. In Zamosza beschossen sie eine jüdische Abordnung, die zu ihrem Empfange erschien, mit Maschinengewehren. Die Gemeinde Opola bei Iosefow wurde von ihnen vernichtet. In Senna haben sie alle jüdischen Männer und kleinen Kinder zusammengetrieben, gebunden, geschlagen, eingesperrt, die Frauen geschändet und alles ausgeraubt. Daß diese Klagen der Juden nicht erfunden oder übertrieben sind, haben die amtlichen Ermittelungen ergeben. Im. Gegenteil ist er-- wiesen, daß. das erwähnte Schreiben nur einige der vielen Fälle aufführt, in denen sich die russischen Soldaten, insbesondere die Kosaken, zu unerhörten Schandtaten gegen die jüdische Bevölkerung von Russisch-Polen Hinreißen ließen." Die ,,Kreuz-Zeitung" berichtet über noch andere durch Zeugnisse jüdischer Einwohner Russisch-Polens erwiesene schaurige Fälle mit dem Zusatz: ,,Erst durch das Vordringen des deut-, scheu Heeres sind die russisch-polnischen Juden, wie sie dankbav anerkennen, von diesen Verfolgungen befreit worden." Infolge der Niederlagen der russischen Heere drohen ihnen aber wieder * . neue Pogrome, die von der Negierung dadurch vorbereitet werden, daß. sie besonders in landwirtschaftlichen Kreisen verbreitete Blätter, wie den ,,Swjet", unter der Bedingung der Iudenhetzerei mächtig unterstützt. Das früher nraßvolle Blatt bringt infolge« dessen einen leidenschaftlichen Artikel, in dem gesagt wird, die Polen hätten sich als treue Söhne Rußlands erwiesen, während alle Juden ohne Ausnahme Verräter waren. 23 Millionen Polen seien in dem Wunsche einig, die Juden überall wirtschaftlich zu verdrängen. Der Tag werde kommen, wo sie alle den Russen Helsen werden, den Kampf „gegen Judentum und Germanismus" zu führen. „Die Toten reiten schnell," auch in Polen wird sich die Weissagung aus der Aeneis Vergils bestätigen, daß aus dem

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