Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1915)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1915-08-01
- Page
- 162 (sequence 7)
- Language
- German
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162 Im deutschen 'Reich. legung des Begriffes der Neutralität, wie sie im Kabinett von Washington vorherrscht, zu berichtigen. Daß sich die deutsch« amerikanischen Juden an den Waffenlieferungen an England und Rußland nicht beteiligt haben, soweit sich dies Nachweisen läßt, war nur selbstverständlich. Der amerikanische Stahlkönig Herbert Schwab ist kein Jude, sondern Katholik und wohl auch nicht jüdischer .Abstammung, dagegen wird versichert, daß jüdische I n d u st r i e l l e (u. a. werden der Stahlwerksbesitzer George W. Heller und der Maschinenfabrikant Theodore Phillips genannt, nach der ,,Pittsburger Zeitung" auch I f a a e W. Frank, der Direktor der Pittsburger ,,United Engineering and Foundry Comp.) unter Verzicht auf enormen Geschäftsgewinn Munitions- und Waffenlieferungsaufträge mit der Erklärung zurückge wiesen haben, aus V erlange rung des Blutvergießens keinen Nutzen ziehen zu wollen. Amerikaner, die am Hofe des deutschen Kaisers so freundliche Aufnahme gefunden haben, denken minder vornehm; fast ausnahmslos haben sie nichts gegen die Milliarden einbringende Lieferung von Kriegsmaterial an die Feinde Deutschlands einzuwenden. Daß dabei der ehemalige Präsident Roosevelt seine wahre Rauhreiternatur herausgekehrt, statt wie früher bei seinen Wahlreden den Deutschenfreund und den Juden gegenüber den Toleranten zu spielen, wird keinen wundern, der seine Laufbahn verfolgt hat. Im Jahre 1911 wurde unter der Präsidentschaft Tafts der amerikanische Handelsvertrag mit Rußland aufgehoben, weil das Kabinett von Petersburg die Bedingung nicht erfüllen wollte, die Gültigkeit der amerikanischen Pässe anzuerkennen, die den nach Rußland reisenden Juden ausgestellt werden. Die in den oberen Kreisen der Vereinigten Staaten vorhandene Animosität gegen das Deutschtum geht so weit daß man jetzt, nachvier Jahren, nicht durch die Rücksicht auf Millionen angesehener jüdischer Bürger verhindert wird, den Handelsvertrag mit Rußland zu erneuern, ohne an der in der Paßfrage früher für unerläßlich gehaltenen Bedingung sestzuhalten. Die aus Deutschland stammenden Juden in den Vereinigten Staaten werden sich durch die gegen.- wärtige Strömung nicht beirren lassen, die Gesinnung zu hegen, die nach den Worten des Galiziers Benjamin Segel in seinem Buche „Der Weltkrieg und die Zukunft der Juden" es jedem Juden, der unter den Deutschen gelebt hat, zur Pflicht macht, seine Stimme gegen die Vorwürfe zu erheben, die jetzt eine Welt von Feinden gegen unser Vaterland schleudert. Die „Köln. Zeitung" sagt von dieser Arbeit: „Möge die treffliche Schrift zahlreiche Leser finden, namentlich im neutralen Ausland, wohin sie von jedem Freunde der Wahrheit und der