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Im deutschen Reich · 1915-08-01 · Heft 8-9 (August 1915) · p. 164

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 8-9 (August 1915)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1915-08-01
Page
164 (sequence 9)
Language
German
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164 Fm deutschen Reich. Staube der gemarterten Wehrlosen Rächer entstehen. Die polnischen Anstifter des wirtschaftlichen Boykotts der Juden bilden nur einen verschwindenden Teil der 23 Millionen Polen. Die Mehrzahl ist über den Wert des Panslawismus ebenso, belehrt worden, wie die meisten Balkanvölker. Hoffentlich wird der Tag kommen, wo der „Germanismus" frei von antisemitelnden Elementen, sich sowohl den Polen wie den Juden gegenüber vorurteilsfrei verhalten, dadurch den inneren Frieden sichern und Sympathien wiedergewinnen wird, die durch die ,,Schmach des 19. Jahrhunderts" geschmälert, aber durch das Kaiserwort: ,,Ich kenne keine Parteien" und durch das einmütige Heldentum der deutschen Vaterlandsver-- Leidiger neu geweckt wurden. Wie dieses Wort im Ausland günstig wirkt, zeigte schon ein am 26. Juni d. I. von der „Reuen Züricher Zeitung" veröffentlichter Artikel, in dem gesagt wurde: „Allgemein geworden ist die Erkenntnis, daß die Sozialdemokratie und das Judentum in D e u t) l a n b ebenso national empfinden wie die anderen Parteien und Konfessionen! Wenn auch schon vor dem Krieg bei einzelnen Parteien darüber kein Zweifel bestand, so ist doch gelegentlich in den inneren Kämpfen oft die Anklage erhoben worden, die Sozialdemokratie und das Judentum seien internationalen Geistes und nehmen so bei inneren Kämpfen und Interessen von vornherein eine ganz andere Stellung ein. Diese Anklage werden in Zukunft auch die nicht mehr erheben können, die bisher glaubten, Grund dazu zu haben." Daß sie es trotzdem versuchen werden, ist leider nach einer ganzen Reihe ernster Anzeichen zu ^befürchten - denn es gibt in Deutschland noch Parteien, denen trotz ihrer zur Schau getragenen „völkischen Eigenart" in ganz undeutscher Weise das Parteiinteresse höher zu stehen scheint als das Vaterland. Im Juli-Heft des „Hammer" hat sich Iustizrat Schnauß in Leipzig über „Menschheitsverbrüderung oder völkische Eigenart" geäußert und dabei eine gewaltsame Amwälzung herbeigewünscht, „in der das Volk Sieger bleiben müßte, das ein starkes RationalbewußLsern, das Bewußtsein gleicher Abstammung, gleichen Blutes hat", und daß„derSieger in der gewaltsamenAmwälzung aus dem eroberten Lande, das er etwa zur Sicherung des Grenzschutzes oder zur Besiedlung dauernd behielte, die fremdartige Bevölkerung ausscheiden müßte." Iustizrat Schnauß meint: Die Verweisung der Völker in gesonderte Riederlassungsgebiete wäre nicht nur in idealer, sondern auch inrealerBeziehung von großem Vorteile. Er schließt mit den Worten: „Bei der künftigen Ordnung der

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