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Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 80

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Der Krieg und unsere Jugend
Date
1915-03-01
Page
80 (sequence 10)
Language
German
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80 Fm deutschen Reichs Sprache unserer Väter durch das gleiche Wort zum Ausdruck bringt. Wie wir Deutsche diese Treue, die Rebereinstimmung des Wortes mit der Tat, unseren Verbündeten gegenüber gewahrt haben, dieses Beispiel muß überzeugend und nacheifernd auf jedes Kind wirken. Die Berichte und Briefe, nicht minder auch die Flut der Gedichte, die der Krieg gezeitigt, haben gemeinsam die Begeisterung, die uns erfüllt, die diesen Krieg zu einer echten und rechten Sache des gesamten deutschen Volkes erhebt, und die uns alle die kleinen und großen Beschwerden, all das bittre Leid, das er in so viele Familien bringt, ertragen läßt. Mit dieser edlen Begeisterung, die nichts gemein hat mit Prahlerei und Ruhmredigkeit, haben Schule und Hans die Kinder zu erfüllen: Sie soll ihnen hinweghelfen über manche Einschränkungen, die auch ihnen in dieser schweren Zeit auferlegt werden müssen, nicht bloß wenn sich die Erwerbsverhältnisse in den einzelnen Familien durch den Krieg ungünstig gestaltet haben, sondern weil sich jeder einzelne verpflichtet fühlen muß, in der gegenwärtigen Lage — soweit wie nur irgend möglich — hauszuhalten und von seinen Ersparnissen möglichst viel denen zuzuwenden, die durch den Krieg ihre Existenz eingebüßt oder ihren Ernährer verloren haben. Als köstliche Frucht erblüht bei solchem Tun für das spätere Leben der Kinder die hingebende Opfer Willigkeit, die selbst gern auf Genüsse und Behaglichkeit verzichtet, um dem Rebenmenschen zu helfen, und der zufriedene Sinn, die Grundlage wahren Lebensglücks. „Wir hatten gebauet ein stattliches tzaus", wir glaubten in ihm sicher wohnen und in regem Wetteifer mit allen Völkern die höchsten Ziele der Menschheit erstreben zu können. Mehr als 40 Jahre lebten wir in ihm in Ruhe und Behaglichkeit und fühlten uns gefeit gegen jedes Rnheil, das unjereu Bau treffen könnte. In diesem Gefühl der Sicherheit entfernten sich gar viele unter uns immer mehr und mehr von dem Gedanken der Vergänglichkeit alles Irdischen, wähnten, dem Soetheschen Prometheus gleich, „alles selbst vollbringen zu können und Gott nicht mehr ehren zu brauchen", spotteten gar über die Rückständigen, die noch das Walten Gottes im Gang der Geschichte der Menschheit kündeten. Da nahte sich im Brausen der Sturm des Krieges, rüttelte an dem Bau, so daß seine Grundfesten erbebten, und aufs neue wurde uns die Offenbarung, daß wir Menschenkinder, hin- und hergeworfen in den Stürmen des Lebens, nur einen Anker haben, der uns sesthält, den -Glauben an den Ewigen, an die göttliche Vorsehung, die von Rrbeginn an in der Batur waltet, die auch diese Zeit voll Schmerz und Rot gesandt hat, nach unserer altjüdischen Reberzeugung „wahrlich^ zu unserem Guten"« „Aot

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