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Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 81

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Der Krieg und unsere Jugend
Date
1915-03-01
Page
81 (sequence 11)
Language
German
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Die Spionage-Beschuldigung. 81 kehrt Beten“; unser schwer beladenes Herz treibt uns in die Gotteshäuser, wie unsere Vorfahren sie aufgesucht, so oft sie irdisches Leid bedrängt hat — zu Gott wenden wir uns, wenn die Schrecken des tosenden Kampfes uns nahen, ihm empfehlen wir in inbrünstigem Gebet die Lieben, die wir herausgesandt zur Verteidigung des Vaterlandes und nehmen aus diesem Gebet das Gefühl, das der Psalmist empfand, das tröstende Bewußtsein, daß „Gott das Begehren seiner Verehrer und ihr Flehen erhört und ihnen hilft". Benützen wir diese Zeit, die für alle Regungen des Wenschenherzens so empfänglich ast, «auch unsere Jugend zu Gott zu führen, zu ihm, Dem Inbegriff der sittlichen Vollkommenheit, der wir Menschen möglichst nahe zu kommen haben, solange wir hier auf Erden weilen. Wir pflanzen hierdurch nicht nur köstlichen Samen in das kindliche Herz, der später als unerschütterliches Gottvertrauen edle Frucht trägt, wir erfüllen dann auch unsere Kinder mit festem Wollen, ihr Leben in wahrhaft frommer Gesinnung hinzubringen, die frei ist von jeder Unduldsamkeit, die vielmehr alle Menschen in herzlicher Liebe umfaßt und Liebe übt, die ihren Ausdruck findet in einem rechten, geraden Lebenswandel. And nun lassen Sie mich schließen mit einem Ausblick in die Zeit, die, wie wir alle erhoffen und ersehnen, nicht allzufern ist, wenn unsere tapferen Streiter nach ruhmreich beendetem Kriege in die Heimat zurückkehren und allerorten der rauhe Krieg durch den lieblichen Frieden abgelöst ist: Die neue Zeit wird neue, noch ungeahnte Aufgaben stellen; ein neues Deutschland, das wahre und eigentliche, wird entstehen, das wert ist der ungeheuren Opfer, die in dem großen Krieg dargebracht worden sind. Ansere Kinder werden seine Segnungen genießen dürfen, werden dazu berufen sein, es immer weiter auszugestalten zu der Höhe, die wir für es ersehnen — bleiben wir, Eltern und Lehrer, uns unserer Pflicht bewußt, sie jetzt stark zu machen für diese ihre Aufgaben, ihr Denken zu vertiefen, ihre Gefühle zu veredeln, ihr Wollen zu kräftigen, zu eigenem Butz und Frommen, unserem teuren Vaterlande zu Ruhm und Ehr. Die Spisnage-Beschuldiguug. Bereits im Monat August haben antisemitische Blätter) insbesondere die „Reichspost^ in Wien, angebliche Berichte über Verhaftungen unb Erschießungen jüdischer Spione veröffentlicht, die dann auch von nichLantisemiLifchen Blättern, z. B. von dem „Hann. Kurier", den „Münchener Renesten RachrichLen" u. a. m. wiedergegeben worden sind. Me sicher rein erfundenen AoLLzen der

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