Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1915)
- Article
- Der Krieg und unsere Jugend
- Date
- 1915-03-01
- Page
- 78 (sequence 8)
- Language
- German
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n ZW- VeMH-eK NevK der ihm vorsorglich schon in der FriedenszeiL für den Kriegs»' fall angewiesen war, eilten zahllose Kriegsfreiwillige herbei — alle bereit, die Aufgaben zu. erfüllen, die das Vaterland von ihnen vergangen würde. Was veranlaßte den Kaufmann zum Verlassen seines Geschäftes? Was trieb den Bauer vom Acker, den Beamten von feinem Wirkungskreis, den Studenten und Schüler ans dem Lehrsaal? Das hehre GeöotderPflichi war es, dem ein jeder folgte, der höchsten, obersten Pflicht, Vaterland und eigenes Heim zu schützen. In Erfüllung dieses Pflichrgebotes haben seit Beginn des Krieges gleichmäßig der gemeine Soldat wie der oberste Feldherr schier Unmögliches geleistet, und noch jetzt, trotzdem der Kampf nun schon ein halbes Fahr wahrt, will keiner von ihnen etwas von Schonung! und Buhe wissen, ihr Pflichtgefühl läßt sie, wie das schön» geprägte Wort sagt, „d u r ch h a 11 e n“. Ihm verdanken wir es, wenn wir trotz der Biesenheere, die die Feinde im Osten und Westen uns entgegenstellen, bisher in Ehren bestanden und schließlich, was uns allen heilige Ueberzeugung ist, den Sieg erringen werden. „Pflichterfüllung bis aufs äußerste", diesen seinen Schwur hielt der Gouverneur vow Kiautschou bis zur Zeit, wo er kampfunfähig feinen Platz verlassen mußte; in Erfüllung dieser Pflicht gingen die braven Seeleute, bis zum Anlersinken ihrer Schiffe kämpfend, zu Tode: Sollten solche Vorbilder nicht unserer Jugend zu denken geben, auch in ihrem Kreise die gleiche Pflicht zu üben? Es bedarf zur Erweckung dieses Willens zur Pflicht in der Gegenwart seitens des Elternhauses und der Schule keiner längeren Auseinandersetzungen, ja, die sonst übliche lehrhafte Methode würde nur die beabsichtigte Wirkung abschwächen: Inkurzen Strichen ist das entbehrungs- und gefahrvolle Leben unserer Braven in den Schützengräben, das todesmutige Vordringen des Unterseebootes in Verfolg des ihm gewordenen. Auftrages, das kühne Kreuzen der „Emden" — aber auch nicht minder die aufopferungsvolle hingebende Pflege, die den Verwundeten von Aerzten, Krankenschwestern und freiwilligen Hilfskräften zuteil wird, zu schildern: Welche Knaben und welche Mädchen werden da teilnahmslos bleiben und sich nicht durch verdoppelten Eifer in Schule und Haus würdig jener Männer und Frauen zeigen, nicht mit Bereitwilligkeit, ja Begeisterung auch dem Vaterlande gegenüber die Pflicht erfüllen wollen durch Hebung all der kleinen Dienste, die von ihnen gefordert werden, durch Sorge für das leibliche Wohl der Krieger, durch sinnige Arbeiten und Geschenke, die sie gern von ihrem Taschengeld hingeben zur Unterstützung der Frauen und Kinder, die so viele der Kämpfer hier zuruckgelassen, haben, und deren Bot durch die staatliche Fürsorge nicht immer in ausreichender Weise behoben werden kann!