Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1915)
- Article
- Der Krieg und unsere Jugend
- Date
- 1915-03-01
- Page
- 76 (sequence 6)
- Language
- German
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8m derttMrr ReW U die als Ergebnis einer Arbeit von vielen Generationen in den Menschheit Geltung erlangt haben? — Nun, wir müssen unseren Kindern zunächst sagen, daß unsere Hände rein sind von der Schuld an diesem so furchtbaren Krieg: Wir haben zu dem Schwert greifen müssen, um die Netze der Lüge und Heuchelei, die uns immer enger und enger umspannten und demnächst zu erdrosseln drohten, zu zerreißen, so lange wir noch die Macht dazu besaßen: Wir müssen ihnen sagen, daß wir diesen Krieg für unser gutes Recht führen, zu leben und frei zu atmen, daß wir nicht aus Eroberungssucht, nicht aus Sucht nach einer Weltherrschaft die Waffen erhoben haben, sondern um in gesichertem Frieden unsere Kulturgüter zu mehren und die ganze Welt mit ihnen zu beglücken! Wir müssen ihnen zeigen, wie wir mit einer schier unsagbaren Nachgiebigkeit und einem beispiellosen Langmut durch viele Fahre die Nadelstiche und selbst alle möglichen Zurücksetzungen durch unsere Nachbarn ruhig ertragen haben im Interesse der Erhaltung des Friedens, wie wir noch bis zum Tage der Mobilmachung mahnend auf die grausige Not hingewiesen haben, die der Krieg für alle Beteiligten im Gefolge haben muß, und erst das Schwert erhoben haben, als wir die Gewißheit hatten, daß die Feinde unsere politische und wirtschaftliche Vernichtung um jeden Preis wollten! Wir müssen ihnen sodann nahebringen, wie über dem Wohl des Einzelnen und der. Familie das des Staates steht, wie es nun unsere Pflicht ist, mit Gut und Blut mitzuhelfen, daß diese furchtbare Zeit möglichst eingeschränkt, daß uns der endgültige Sieg beschieden werde, da andernfalls ein ganz namenloses Unglück nicht bloß über unser Vaterland, sondern über jeden von uns hereinbräche. An den unmenschlichen Grausamkeiten, die die Kosaken im östlichen Teil unseres Vaterlandes an wehrlosen Greisen, Frauen und Kindern verübten, haben wir ihnen ein Beispiel der uns drohenden Gefahr zu geben, wenn wir nicht die rücksichtslose Vernichtung der anstürmenden Feinde erstrebten: Ans er er eigene Erhaltung verlangt die Geltendmachung außergewöhnlicher Gesetze und Maßnahmen, unter die wir uns für diese Zeit der Not beugen müssen, so schwer sie sich auch mit unseren Gefühlen in Aebereinstirnmung bringen lassen. Aber immer und immer bleibt es unsere Ausgabe, die Aeberzeugung in den Herzen der Kinder wachzuhalten, daß diese außergewöhnlichen Maßnahmen nur von kurzer Dauer sein dürfen und sich nimmermehr werden zu wiederholen brauchen. Denn schon die so großartig entwickelte Kriegstechnik, wie sie sich in diesem großen Kriege zeigt, muß ja allen Völkern deutlich machen, wieviel segensvoller es für jedes Land ist, auf friedlichem Wege die entstehenden Streitigkeiten zu schlichten, als die besten Sohne durch diese Technik der Der«