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Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 73

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Der Krieg und unsere Jugend
Date
1915-03-01
Page
73 (sequence 3)
Language
German
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Der Krieg und unsere Jugend. 73 ihr Lun und Handeln. Wie diese drei Erziehnngsfaktoren— Verstand, Gefühl und Wille unserer Kinder — durch dieses große Erleben wohltätig beeinflußt werden können, möchte ich Ihnen an einigen Beispielen klarlegen. Die gewaltigen Klassen-, Rassen- und Massenkämpfe, die sich leider seit Gründung des Deutschen Reiches innerhalb unserer Ration abspielten, haben bei vielen, selbst Einsichtigen, die .Notwendigkeit des Bestehens unseres Staatsorganismus, das Staatsbewußt sein, getrübt. Mit schmerzvoller Trauer haben hervorragende Erzieher unseres Volkes dieses Schwinden des Bewußtseins von der Notwendigkeit des Staates bemerkt, und um dieser uns drohenden Gefahr zu begegnen, u. a. der Einführung eines neuen Anterrichtszweiges, der Bürgerkunde, in den Lehrplan der Schulen das Wort geredet. Die Gegenwart macht diesem Bedauern mit einem Schlag ein Ende. Die gemeinsame Not, die wir empfinden, läßt es unseren Kindern eindringlicher zum Bewußtsein bringen, als jeder Unterricht in der Bürgerkunde, selbst wenn er von dem tüchtigsten Lehrer erteilt wird, vermocht hätte, was wir unserem Staate verdanken, wie dank seiner Kraft und der Friedensliebe seiner Bewohner sich die deutsche Kultur nach allen Seiten hin betätigen konnte, wie deutscher Handel sich die fernen Weltmärkte eroberte, gestützt auf die deutsche Wehr, wir deutsche Arbeit in der gewaltig sich ausbreitenden Industrie zu einer ungeahnten Höhe sich emporhob, wie sich deutsche Kunst bildete aus der festen Grundlage von des neuen Reiches Herrlichkei', wie d utsche Wissenschaft dank der ihr gewährten Unterstützung zu der wunderbaren Entwicklung — namentlich auf dem Gebiet der Technik und Naturwissenschaften — geführt hat. Wir können den Kindern weiter mit aller Klarheit zeigen, wie das hinterlistige (England, das sich als Weltherrscher gebärdete, das Emporkommen deutscher Kultur mit Neid und Scheelsucht betrachtete, wie der noch immer ländergierige Koloß im Osten mit unverhohlenem Mißtrauen auf unsere Machtentwicklung in Ostasien und dem Stillen Ozean blickte, und wie unser westlicher Nachbar durch unsere sich mehrende Macht gezwungen wurde, seine rachsüchtigen Gefühle immer weiter zurückzudämmen: Wir können unseren Kindern so den schier unmöglich scheinenden Zusammenschluß dieses Dreiverbandes erklären, die Verbindung von Ländern angeblicher Freiheit und Gleichheit mit dem fürchterlichen Vertreter des Despotismus, der Stätte der Pogrome und niederträchtigsten Bedrückung, die Menschen ersinnen können. Nun wird allen die Bedeutung und der Wert des deutschen Staates, der in unserem Reiche zusammen gefaßten Kräfte., für das Wohl jedes einzelnen unter uns klar. Angesichts der Not, in die er durch das Bestehen des Dreiverbandes gerät. treten alle seine Angehörigen-

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