Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1915)
- Article
- Innere Mission
- Date
- 1915-03-01
- Page
- 69 (sequence 21)
- Language
- German
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gsmere Mission. 69 die sittliche Höhe eines modernen Volkes. — Soll etwa Rußland, das Land der Pogrome, das Herz Europas bilden; soll etwa England mit seinem krassen Egoismus, der ein ritterliches Volk verraten hat, unserem Weltteil mit seinem auf Macht und Erwerb allein gerichteten Streben das Gepräge ausdrücken; soll Frankreich, die von Leidenschaft verzehrte Nation, Deutschlands Stellung erschüttern? Sollen etwa die gelbe Nasse oder die anderen Bundesgenossen unserer Feinde kulturell maßgebend und der deutsche Geist ausgeschaltet werden? Wer da weiß, daß eine sittliche Macht die Welt vorwärts führt, der weiß auch, daß Deutschlands Entwicklung nicht gestört werden darf und wird; wir Juden, die wir den Sieg der ewigen Idee in unserer Geschichte so oft erlebt haben, sind davon durchdrungen, daß Deutschlands Sieg als Sieg des Rechts von Gott bestimmt ist. Es ist bereits von berufener Seite gesagt worden, daß der Haß gegen die Deutschen und der Haß gegen die Juden eine ähnliche psychologische Grundlage hat. Ms wir im Ghetto lebten, hat man uns verachtet, weil man uns nicht verstand; als wir uns die Freiheit mühsam errungen, hat man uns gehaßt, weil man uns eine gedeihliche Entwicklung nicht gönnte. Aehnlich das Schicksal der Deutschen. Als die Deutschen infolge ihrer Zerrissenheit machtlos waren, da behandelte man sie mit Geringschätzung; als sie durch Einigkeit stark wurden, da begannen Haß und Neid das Schwert zu schmieden, das jetzt gegen sie gezückt ist. Die Feinde kümmerte es nicht, daß Deutschland nur seine eigene Freiheit wahren wollte, daß es niemals eine Art von Weltherrschaft erstreben, sondern nur den Weltfrieden erhalten wollte. Haß und Neid wollen nicht die Wahrheit hören und verbreiten Unwahrheit; Haß und Neid sind Mächte, die auf erregte Massen suggestiv wirken. — Man hat Lügen ersonnen, um die Feindschaft gegen das Judentum zu rechtfertigen; doch zerschellt wurden die Ränkepläne, weil „nicht die Kraft und nicht die Wacht allein, sondern der göttliche Geist" entscheidet. Das Judentum hat allen Haß überdauert. Ebenso hat man Lügen ersonnen, um den ruchlos angezettelten Krieg zu rechtfertigen. Doch das deutsche Gewissen ist rein wie der Sonne Glanz. Alle Verleumdungen werden verstummen, alle Feinde Deutschlands werden an dem Worte zuschanden werden: „Nicht die Kraft und nicht die Wacht allein, sondern der göttliche Geist" entscheidet. Wohl kann der in Raum und Zeit begrenzte Menschengeist nicht die Zukunft voraussehen; aber es gibt eine Prophetie, die nicht bloß weiß, wie nach den sicher waltenden Naturgesetzen natürliche Wirkungen eintreten müssen, die auch ahnt, zu welchen Zielen die göttlichen Weltgesetze das Völkerschicksal führen. Diese Prophetie, die im Judentum sich erfüllt hat, Der Hatz gegen die Den schcn und der Heß gegen die Juden.