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Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 68

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Innere Mission
Date
1915-03-01
Page
68 (sequence 20)
Language
German
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'a§ Recht ij me Macht, bi siegen muß 6T Fm deutschen AeiH. ein Beweis dafür, daß die MenschengewalL allein, und möge sie noch so groß sein, im Bvlkerleben nicht alles vermag, daß ewige göttliche Gedanken die Welt regieren, daß das Recht eine Macht ist, die endlich triumphiert. Das Judentum konnte nicht untergehen und wird nicht untergehen, weil ewige Ideale in ihm leben. Jahrtausende hindurch tobten die Stürme, die die Zedern des Libanon entwurzeln wollten, es war alles vergeblich. So wird, so muß es auch unserem deutschen Volke ergehen. Es hat uns erschreckt und tief geschmerzt, daß so viele Rationen, denen wir niemals ein Leid zugefügt haben, unsere Todfeinde geworden sind. Aber trotz alledem hat Deutschland in sich die unversiegbare Kraft, die allen Feinden trotzen wird, bis diese selbst Deutschlands Größe anerkennen werden. Es schläft und schlummert nicht der Hüter Israels, das ist der Gott der Gerechtigkeit; es schläft und schlummert nicht der Hüter Deutschlands, das ist derselbe Gott der Gerechtigkeit. Weil der gerechte Gott die Seinen nicht verläßt, verläßt er Deutschland nicht, das Volk, das in seiner führenden Stellung im Interesse der Kultur nicht geschmälert werden darf. Sollte es möglich sein, daß der Gerechtigkeit zum Trotz Deutschland aus der Reihe der führenden Völker schwinde, daß das Herz Europas nicht mehr schlage, und unsere Feinde an die Stelle Deutschlands treten? Es ist oft schwer, zu definieren, was man innerlich fühlt; wir haben in der letzten Zeit gehört und gelesen, wie man sich bemüht, deutsches Wesen zu erklären. In unserer Zeit, die nicht nur die Liebe zu unserem Volke, sondern auch die Erbitterung gegen unsere Feinde unser Innenleben vollauf beherrscht, ist es doppelt schwierig, das eigentliche Wesen der kriegführenden Völker in ruhiger Erwägung bestimmen zu wollen. Der deutsche Geist sagt, „deutsch sein, heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun", das deutsche Herz sagt, „deutsch sein, heißt, treu sein", das deutsche Gewissen sagt, „deutsch sein, heißt wahr sein". Wir wollen es dahingestellt sein lassen, inwieweit diese mehr dem Gefühle als der Erkenntnis entspringenden Definitionen ihre Berechtigung haben; aber eins ist unzweifelhaft, daß die deutsche Kultur Gewaltiges geleistet hat und berufen ist, noch Großes zu schaffen. Müssen ja unsere Feinde selbst zugeben, daß wirdas Volk der Denker und Dichter sind, sie können es nur nicht verwinden, daß wir auch ein Volk von Helden geworden; ja, auch unsere Feinde müssen — um nur ein Beispiel anzuführen — zugestehen, daß innerhalb des deutschen Vaterlandes die soziale Gesetzgebung sich in einzig dastehender, vorbildlicher Weise entwickelt hat. und gerade diese ist ja der beste Gradmesser für

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