Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1915)
- Article
- Innere Mission
- Date
- 1915-03-01
- Page
- 67 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Sauere Mission. & werden. Ob unfere Wünsche erfüllt werden, wer kann es wissen? Wir wollen weder Optimisten noch Pessimisten sein, wir wollen unbeirrt stets mehr als unsere Pflicht üia, gleichviel ob unsere Feinde uns weiter lästern oder endlich der Wahrheit die Ehre geben. Die Zukunft ist dunkel, aber schon jetzt regt sich wieder der Haß, trotzdem der Burgfriede noch von der Staatsbehörde behütet wird, schon jetzt beginnt unser Feind neue Lügen zu ersinnen, und wir erkennen, welch ein Segen unser Eentralverein ist, der gerüstet ist und gerüstet bleiben muß, um unsere Ehre und Lehre zu verteidigen- Wir entzünden am heutigen Abend das Licht der Makkabäer, in dessen leuchtenden Spuren wir wandeln sollen. Wie einst in der ehrwürdigen Vorzeit ans tausenden Seelen eine Seele wurde, die gekämpft und gesiegt hat, so ist jetzt aus den vielen Millionen deutscher Seelen eine Volksseele geworden, die kämpfen und siegen wird. Als Deutsche gedenken wir in tiefster Dankbarkeit der gefallenen Helden, begeistert stimmen wir ein in das Lied: „Deutschland, Deutschland über alles", und schöpfen neuen Mut zum siegreichen Kamps; als Juden weihen wir das Kaddischgebet den Seelen der gefallenen Brüder und geloben bei ihrem Blute, auch in dem anderen Kampfe nicht müde zu werden, der unserer Ehre und unserem Rechte gilt; auch dieser Kampf gilt dem Vaterlande. Ansere Zeit hat uns die Seele unseres deutschen Volles geoffenbart; es gehört zur inneren Mission, diesen Gedanken für alle -Ewigkeit sestzuhalten. Fünf Lichter zünden wir am heutigen Abend an, möge jetzt das fünfte leuchten. Seit Monaten starrt Deutschland in Waffen, täglich hören wir von den unvergleichlichen Leistungen unseres Heeres und Volkes; die Begeisterung ist dieselbe wie am Tage der Kriegserklärung. Wir kennen den Zeitpunkt nicht, wann wir jubelnde Dankgebete ob des errungenen Sieges anstimmen werden, das Bewußtsein aber lebt in uns, daß unsere Truppen lorbeergeschmückt als Sieger heimkehren werden. Unsere deutsche Volksseele hat ein starkes Wort geprägt: „Wir werden siegen, weil wir siegen müssen"; unsere jüdische Geschichte bestätigt diese beglückende Verheißung. -— Das Schicksal der Juden, die seit Jahrtausenden trotz aller Anfeindungen sich kraftvoll erhallen, ist eine Parallele für das Schicksal der Deutschen unserer Zeit. Ansere felsenfeste Zuversicht beruht nicht aus Illusionen, nicht nur auf dem bereits errungenen Erfolge, nicht nur auf dem unerschütterlichen Willen zum Siege, sondern vor allem auf einer durch die MeltgeMchte bestätigten ReberzeugunA. Jeder Jude ist Ter Krieg u die Zutuns Deutschland! Das Schicks der Deutsch und das Schic der Juden