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Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 63

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Innere Mission
Date
1915-03-01
Page
63 (sequence 15)
Language
German
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gitnere Mission. 6S andere das Schwert nicht urehr erheben wird. 'Wer bei allem Idealismus haben die Propheten auch die Wirtlichkeit im Auge; nicht waren sie weltentrückte Schwärmer. Die Zeit des ewigen Friedens soll kommen, „wenn die Erde voll wird der Erkenntnis Gottes, wie Wasser die Meere bedecken". Aebertragen wir diese heiligen Worte in unsere moderne Sprache, so wollen sie nichts anderes sagen, als daß die Kriege aufhöreu werden, wenn die Gründe für dieselben fortfallen. das heißt, wenn alle Völker Idealvölker sein werden. Diese Zeit , allmählich heröeizuführen, ist die Aufgabe unserer Aeligion; solange diese Ideale nicht erreicht sind, muffen wir getreu dem Geiste der Propheten den Krieg für einen sittlichen erklären, der den sittlichen Gütern geweiht ist. Haben ja dieselben Propheten, die die Lehre vom ewigen Frieden in goldene Worte geprägt, am politischen Leben teilgenommen, waren sie ja selbst nicht bloß die idealen Friedensprediger, sondern auch die mutigen Feld- Prediger, die das Volk zum gerechten Kampf, der auch zu ihrer Zeit eine Vorwendigkeit geworden, anfeuerten. Das Judentum lehrt, daß der sittliche Kampf um höhere Güter ein Kulturkampf ist, der die Menschheit vorwärts führt und sie der VollkommenheiL immer näher bringt. Wir entzünden am heutigen Abend das WeihelichL und gedenken der Makkabäer, die trotz, aller Friedfertigkeit den schweren Kamps auf sich nehmen mußten, um ewige Kulturgüter zu retten; wir sind uns dessen bewußt, daß unsere vom Frieden verklärte Aeligion uns jetzt verpflichtet, alles, was wir haben und sind, in den Dienst des heiligen Krieges zu stellen; auch für uns gilt es, durch Sieg zum Frieden zu gelangen» Wenn der Friede uns beglücken wird, dann wollen wir nie vergessen, um welche Güter wir gerungen haben; im Frieden wollen wir alles fördern, was gut, schön und wahr ist. Möge unsere Zeit diese innere Mission an uns ausüben, mögen wir stets daran denken, daß die Stürme des Winters brausen müssen, um den Segen des Frühlings herbeizuführen, daß der zerstörende Krieg oft kommen muß, um die friedliche Entwicklung der Kultur zu ermöglichen« IV. Die Völkerpsychologie will das Wesen der Vollsseele er- Der gründen. Mehr als alle theoretische Erkenntnis hat die bie praktische Erfahrung jetzt die Frage beantwortet. Gibt es eine Vollsseele, und welche Erscheinungen beweisen ihr Dasein? Aus Millionen Seelen ist jetzt eine große Seele geworden. Wir gehen nicht mehr auf in unserem Beruf, wir "sind jetzt nicht nur Spezialisten und Fachmenschen geblieben; gemeiMme Hoffnungen und gemeinste Sorgen, gleiche

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