Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1915)
- Article
- Innere Mission
- Date
- 1915-03-01
- Page
- 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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62 Fm deutschen Aeich, Feinde, deren Bundesgenossen die anderen Mächte sind, jetzt im Namen der Kultur auftreten. k-ulturaufgaben Krieg und Kultur! Vieles wird vernichtet, doch vieles im Kriege ^trb aurgebaut. Wir können zwar den Frauen ihre Männer, den Eltern ihre Söhne nicht wiedergeben, aber verehrungsvolle Dankbarkeit und soziale Opferfreudigkeit werden wie unverwellliche Blumen die Heldengräber schmücken. Die Gebeugten sollen aufgerichtet, den Heimgesuchten soll geholfen werden, soweit Menschenliebe und Menscheilweisheit es ermöglichen können. Wir werden glücklich sein, auch nur einen Teil der Verpflichtungen unseren Helden gegenüber abtragen zu könnenden gebührenden Dank werden wir ihnen niemals ganz abstatten können, die Heldentaten sind zu groß. Wir wollen wieder Herstellen, was zerstört ist; wir wollen auch unserer Glaubensgenossen stets gedenken, die im Osten von unseren Feinden unbeschreibliche Unbilden erfahren und durch Ankultur Anfagbares zu leiden haben. Krieg und Kultur! Ewigkeitswerte haben Schaden gelitten, der Haß gegen die beutegierigen Feinde ist auch in das mildeste Herz eingezogen und har Formen angenommen, die zuweilen erschreckend erscheinen. Zerrissen ist vorerst das Band zwischen internationalen, kulturellen Bestrebungen; aber andere Ewig eits.erte sind neu geschaffen worden. Wir sind durch den Kriegssturm aus dem Schlummer geweckt worden und haben nicht nur unsere kriegerische, auch unsere geistige und sittliche Kraft erkannt. Seinen eigenen Geist hat Deutschland unedergefunden; es will nicht mehr in dem Fremden das Bessere schauen, es will nicht mehr die eigenen Werte allzu gering, die fremden Werte allzu hoch einschätzen. Wir haben jetzt die fremden Götzen von uns abgeschüttelt; der Undank unserer Feinde hat >)ie Eigenart uns gelehrt) zu welcher Dankbarkeit uns die anderen Völker *erJuuu?Cu verpflichtet waren für all das Große, das der deutsche Geist ihnen gebracht. Wir wollen hoffen, daß die Zukunft wieder verbinden wird, was jetzt zerrissen ist, aber niemals darf und wird wieder die deutsche Kultur, die der Menschheit unvergängliche Werte geschaffen hat, ihre Eigenart preisgeben. Mit diesen Gedanken von Krieg und Kultur stimmt der Geist des Judentums überein. Klassische Völker des Altertums preisen das goldene Zeitalter als den Beginn der Menschheitsgeschichte und lassen die Menschheit allmählich von Stufe zu Stufe sinken. Im Gegensatz hierzu lehrt das Judentum, daß vas Judentum der Menschheit Entwicklung vorwärts geht und immer höher md der Fort- und höher emporfteigt; das goldene Zeitalter ist nicht der Anfang, zrut der Kultur, ^^nt. das Ende der Zeiten. Daher verkünden unsere Propheten in heiliger Schau für die späte Zukunft die messianische Zeit, in der man die Schwerter zu Sicheln und die Lanzen zu Rebenmessern umschmieden, in der eine Nation gegen di6