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Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 57

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Innere Mission
Date
1915-03-01
Page
57 (sequence 9)
Language
German
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Fmrere Mifston. §7 Unsere Feinde haben den Krieg gewollt, sie müssen. Rechenschaft ablegen für das "Furchtbare, das jetzt wie Bergeslast auf der -Menschheit ruht. Allerdings haben die Feinde nicht daran gedacht, „daß der Geist, der das Böse will, oft das Gute schafft". — Nicht alle Kriege, von denen die heilige Schrift berichtet, sind der Geschichte aufbewahrt worden; verloren gegangen ist „das Buch der Eotteskriege". Keine Gedenktage haben die Kämpfe zurückgelassen, von denen die Bibel berichtet; nur von einem Kriege heißt es, daß wir uns seiner stets „erinnern und ihn niemals vergessen" sollen; das war der Krieg Amaleks gegen Israel, der Krieg, in dem eine barbarische Nation unser schuldloses Volk nur deswegen bekämpfte, weil es sich eine freie Heimat erringen wollte. Die Mahnung, dieses Ereignis im Gedächtnis zu behalten, wird uns jetzt so recht verständlich. Der grundlose Haß kehrt immer wieder und kann durch alles Entgegenkommen und alle Liebe nicht beseitigt werden; wo ein Grund vorliegt, können wir ihn prüfen und uns schützen, wo aber nur Haß gegen ein aufstrebendes Volk das Schwert der * Vernichtung schwingt, da kann nur das Schwert sich wehren. Den Kommentar zu dem Gebote: „Denke an das, was Amalek dir getan hat", gibt unsere Zeit. Unsere Feinde haben, wie einst Amalek, grundlos uns überfallen und daher hie .Verbitterung unserer Seele. Die heilige Schrift hat wohl den Kriegsschrecken gemildert und den Krieg durch weife Gesetze „geheiligt", sie weiß aber, daß der ruchlose, Vernichtung planende Feind zu Boden gestreckt werden muß. Als eine Umfrage gehalten wurde, welche Bücher der Soldat in seinem Tornister jetzt mitnehmen solle, da wurde vornehmlich das alte Testament empfohlen und mit Recht. Theodor Kappstein veröffentlichte jetzt ein Buch, das den Titel führt: „Der Krieg in der Bibel, ein Friedensbuch in eiserner Zeit". Er stellt ein Gesangbuch zusammen aus Abschnitten des alten Testaments für den Krieger, der in den Kamps auszieht, für den Soldaten, der vor der Schlacht beten will, für die Truppen, die der Fahne huldigen, für das Heer, das siegreich von der Walstatt zurückkehrt, für den Gefangenen, der in der Ferne an die Heimat denkt, für den Verwundeten, der leidet; für alles kann aus der heiligen Schrift das stimmungsvolle Wort entlehnt werden; ja, selbst für das Gebet im Anterseeboot wird in den Worten des Propheten Jona, der in den Tiefen des Meeres zu Gott ruft, eine Parallele gefunden. Wenn man die Helden besingt, die in der Feldschlacht gefallen sind, kann man sie nicht schöner besingen, als mit den Worten des Königs David: „Dein Stolz liegt auf deinen Höhen erschlagen" .... „Wie sind die Helden gefallen — die Geliebten und Holdem rm Leben wie im Tode nicht getrennt —* Das alte Testament, der Begleiierim Kriege.

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