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Im deutschen Reich · 1915-03-01 · Heft 3-4 (März 1915) · p. 54

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 3-4 (März 1915)
Article
Innere Mission
Date
1915-03-01
Page
54 (sequence 6)
Language
German
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54 Fm deutschen Reich. Der Krieg und die Religion. wollten; ihr Heldentod war verklärt in dein Gedanken, mit dem Sterben der Gesamtheit Segen zu bringen. Wir sind erschüttert, wenn wir die jüdischen Martyrologien lesen, wir sind ebenso erschüttert, wenn wir in die deutschen Verlustlisten blicken, beide verkünden uns aber, daß der Tod seine Schrecken verliert, wenn er' höheren Zwecken gilt. Deutschtum und Judentum vermählen sich harmonisch in unserer Seele; als Deutsche und als Juden preisen wir eine Zeit Heilig, die, uns offenbart, was der Sinn des Lebens, des Leidens und des Sterbens bedeutet. — Wir zünden am heutigen Abend das Licht des Weihesestes an, wir erinnern uns an die alten Makkabäer, die für Ideale gelebt und gelitten haben und stür Ideale gestorben sind, und wir preisen den Gott unserer Väter, der uns die Gegenwart har erleben lassen, in der der Geist der Mäkkabäer das ganze "deutsche Volk ergriffen hat. Wir wollen uns die wieder auferstandenen Wahrheiten niemals verkümmern lassen, sondern sie in die Herzen späterer Geschlechter einpflanzen. Das sei der Erfolg der inneren Mission für alle Zeiten. II. Als vor Monden ein Volk nach dem anderen uns den Krieg erklärte, da sind wir nicht nur ein einig Volk von Kämpfern, sondern auch ein einig Volk von Betern geworden. In derselben Zeit, da das scharfe Schwert aus der Scheide gezogen wurde, ward das deutsche Gemüt von tiefer Gläubigkeit ergriffen. Die verschiedenen Bekenntnisse beugten und beugen sich gemeinsam vor dem allmächtigen Schlachtenlenker, sangen und singen dieselben Psalmen, ganz Deutschland hallt wieder von dem machtvollen Gebet: „Vater, ich rufe dich." So mancher hat „mit dem Glauben an sein starres Volk auch den Glauben an seinen heiligen Gott von neuem gefunden". In der Zeit der Gefahr erkennt man das Wesen einer Nation; alle künstlichen Versuche, den Gottesalauben aus den Herzen herauszureißen, sind jetzt an dem. deutschen Gemüt zerschellt; ein religiöses Sehnen , i\t wieder in die Herzen eingezogen. Gottes Gewalt offenbart sich in seiner Majestät, wie in der friedlichen Natur so auch auf den todbringenden Schlachtfeldern. Deutschland versteht zu kämpfen, Deutschland versteht zu beten. Die Seele des Volkes und die Seele des Heeres klang und klingt zusammen in dem Rufe: „Mit Gott für König und Vaterland", und dieser Ruf braust wie Donnerhall draußen durch die Reihen der Krieger wie hier durch die Reihen der Zurückgebliebenen. Wir schauen ehrfurchtsvoll empor zu dem Kaiser, der als Sieger in Demut sein Knie vor dem König aller Könige beugt; wir fühlen uns seelisch vereint mit den Kriegern, die den Herrn der Heerscharen anrufen und mutig dem Tode iu§ Antlitz schauen. Stär-

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