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Im deutschen Reich · 1915-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1915) · p. 37

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1915)
Article
Beileidsschreiben / Schreiber
Date
1915-01-01
Page
37 (sequence 3)
Language
German
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B er einsnachrichten. 37 4. September 1914. Sehr geehrte Frau Perl! Leider muß ich Ihnen die tieftraurige Mitteilung machen, daß Ihr Mann, der Anteroffizier der Reserve Perl, gestern abend um 6.30 Ahr den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. Er wurde in einem Fußgefecht von einer feindlichen Kugel mitten auf die Stirn getroffen und War, jedenfalls ohne leiden zu müssen, sofort tot. Im Namen der Eskadron und des Regiments spreche ich Ihnen unser tiefgefühltes Beileid aus. Möge es Ihnen zum Tröste gereichen, daß Ihr Mann von seinen Vorgesetzten wegen seiner vorzüglichen Dienstleistungen und wegen seiner ausgezeichneten Führung sehr geschätzt war und er infolgedessen bereits zur Beförderung zum Vize-Wachtmeister eingegeben war. ^eien Sie versichert, daß Ihr lieber Mann, unser Unteroffizier Perl, stets uns im Gedächtnis bleiben wird und sein Andenken in der Ge» schichte des Regiments in ehernen Lettern eingeschrieben sein wird. Im Namen des Regiments Ritter von R h l a n d e r, Major und Eskädr.-Chef. 6. September 1914. Hochverehrte Frau Perl! .Mit tiefbewegtem Herzen durch den Heldentod Ihres lieben Herrn Gemahls, unseres Kameraden und vor allem „mein lieber Freund" übersende ich Ihnen, tiefbetrübte Frau Perl, die Sachen, die Ihr lieber Mann noch bei sich trug. Als ev die tödliche Kugel bekam, sagte er noch: „Schickt den Ring ..." Damit erlöste ihn der schnelle Tod. Mit ihm fiel zur selben Stunde Rittmeister oon Möcledsen und ein Wann der I. Eskadron. Vein kühles Trab ist ausgeschmückt worden mit grünen Zweigen. Auf dem Grabhügel ist ein Holzkreuz mit der Aufschrift: „Hier ruht ein deutscher Held, Unteroffizier Perl." Es grüßt Sie, tiefbetrübte Frau. Perl, Schreiber, Wachtmeister III. Eskadron. ❖!—■ In dem „Burgdorfer Kreisblatt" vom 1. November 1914 ist ein Brief aus d e m F e! de veröffentlicht, den Herr I. Samuel so n in Burgsdorf von dem Kompagnieführer V i e tmeyer erhalten hat, der bekanntlich bei dem dortigen Amtsgericht seit längerer Zeit tätig war. Der Brief lautet: „Leider muß ich Ihnen die traurige Mitteilung machen, daß Ihr Sohn, Anteroffizier Martin Samuelsohn, am 19. Oktober, nachmittags stG Ahr, gefallen ist. Wir lagen im Schützengraben. Ihr Sohn befand sich mit dem Freiwilligen Schecker aus Burgdorf in demselben Unterstände. Wir hatten etwa 2 Stunden das Feuer aus zwei englischen Schiffsgeschützen auszuhalten; da schlug etwa um 145 Ahr ein Volltreffer in den Anterstand, in dem sich Ihr Sohn befand, der sofort getötet wurde. Schecker kam mit einer geringfügigen Verwundung davon. Ich selbst lag nicht weit von Ihrem (ewhn in einem Laufgraben. Da schlug eine der schweren Granaten unmittelbar neben mir ein, und ich war in meinem Laufgraben unter einem Berg Erbe begraben; ich wäre verloren gewesen, wenn nicht Soldaten meiner Kompagnie mich sofort ausgegraben hätten. Ihr Sohn war einer meiner tapfersten nnb brauchbarsten A n t e ro f f i z i e r e. Er hat oft auf gefährlichen Patrouillengängen dem Lode lachend ins Angesicht geschaut. Ich wollte ihm das Eiserne Kreuz verschaffen und hatte es schon meinem Vizefeldwebel Hornbostel am Abend vorher gesagt. Wahrscheinlich hat Ihr Sohn davon noch vor seinem Tode erfahren. Auf Ihren Sohn können Sie stolz sein!" — Das Kreisblatt fügt

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