Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Beileidsschreiben / Schreiber
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 38 (sequence 4)
- Language
- German
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38 Im deutschen Reich. die Worte hinzu: Solange Deutschland noch solche tapferen Söhne ins o'db zu schicken vermag, wird es um unsere Sache gut bestellt sein. --- Der Schreiber dieses Briefes, AmLsgerichtsrat Vietmcncr , wurde 1912 im Wahlkreise Waldeck-Pyrmont in den Reichstag gewählt, wo er sich der Wirtschaftlichen Vereinigung! anschloß und als Antisemit 'galt. Bei der Rachwahl unterlag er einem Freisinnigen, Hosfentlich^wird Herr Vietmeyer seines tapferen Anteroffiziers auch nach dem ^riedensschluß gedenken. — Nachrufe. Ein bewährtes Mitglied des Vorstandes unserer Ortsgruppe D anzig, Herr Rechtsanwalt Theodor Beruft e i u, hat am 16. November 1914 als Vizefeldweöel der Landwehr an der Ostgreuze des Vaterlandes den Tod auf dem Felde der Ehre gefunden. Sein Hinscheiden wird in den Reihen des Centralver« eins, insbesondere in der Ortsgruppe Danzig, deren Vorstand er seit ihrer Begründung augehört hat, aufs tiefste bedauert. :— Durch das im Oktober erfolgte Hinscheiden des Herrn Dr„ med. Carl F r e n sdorff hat unsere Ortsgruppe Hannover, in deren Vorstand er sich mit Eifer betätigte, einen tiefschmerzlick; en Verlust erlitten. Der Centralverein wird das Andenken dieses arbcitsrreud'lgen und standhaften Verfechters seiner Ziele stets hoch in. Ehren halten. — In dem Vorstandsmitglied unserer Kölner Or.-gruppe, Herr Leo n h a r d T i e tz, der Mitte November aus dem Leben schied, bat unser Centralvereiu einen eifrigen Anhänger und hilfsbereiten Förderer verloren, dessen mannhaftes Auftreten in der Oeffentlichkeit sich von wesentlichem Nutzen auch für die jüdische Gesamtheit erwiesen hat. Trotz seiner bedeutenden geschäftlichen Inanspruchnahme ließ er, es sich nie nehmen, den Sitzungen unserer Kölner Ortsgruppe beizuwohnen und sein großes jüdisches Interesse durch Rat und Tat auch in den Dienst des Centralvereins zu stellen. KorrespoNdenzen« — Gin katholischer Lehrer schreibt uns: „Ämter der Aeberschrift „LiebestäLigkeiL" veröffentlichen Sie in der letzten Nummer Ihrer geschätzten Zeitschrift eine Mitteilung aus Kassel. Ein Gegenstück hierzusi Als Landwehrleute kamen wir in den Vorort A.. < der Festung W.... Der Ort hat etwa 1000 Einwohner und 1000 Manu in Garnison, alle Häuser überfüllt, in den Sälen Notquartiere. Auf der Suche nach einem Ouartier kamen wir vier spät abends bei einer in bescheidenen Verhältnissen lebenden jüdischen Familie unb fanden trotz des hohen Feiertages (Versöhnungstag) liebevolle Ausnahme. Obwohl nur 14 Pfennig pro Tag und Mann Entschädigung gezahlt werden, stellten uns Die guten Leute ihre besten Betten zur Verfügung und behalfen sich selbst mit ihren Kindern. Dazu hatte die Familie vier Mann Einquartierung feit Anfang August. Jeden Morgen 6 Ahr stand der Kaffee fertig, gut belegte Frühstücke waren ein gepackt; nochmals gab es Kaffee?; an keinem Tage fehlte eine Tasse Tee. Die nassen Kleider wurden im Wohnzimmer und in der Küche getrocknet; ohne Entgelt wurde die Wäsche besorgt und ausgebessert. Als,. der AmLerzeichnete sich eine schwere Blutvergiftung am Bein z^gezogen hatte, spielte die gute Hausfrau die SamariLerini, so daß er nicht in das Lazarett brauchte; überhaupt fühlten wir uns hsier wie zu Hause. Kein Wunder, daß unsere Vorgänger schon elf Danksagungen und Grüße