Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Der Krieg
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 17 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Krieg. 17 die Staaten; denn es kämpfen Indogermanen und japanische Mongolen gegen Indogermanen und Türken; es kämpfen englische Germanen, russische Slawen und französische Romanen gegen deutsch-österreichische Germanen, österreichische Blawen und Romanen; es kämpfen Christen, Buddhisten und Juden gegen Christen, Juden und Moslems; es kämpfen Protestanten, Katholiken und Orthodoxe gegen Protestanten, Katholiken und Orthodoxe. Vor allem werden auch unsere eingefleischten Antisemiten dessen inne werden, daß über den Wert eines Volkes und Stammes nicht Haß und Zuneigung entscheiden. Der Haß, dessen sich die Juden erfreuen, ist etwas, was sie mit den Deutschen teilen. Wir haben jetzt einen Haß gegen das Deutschtum gesehen, dem nur noch ein Haß der Weltgeschichte gleicht, der Haß gegen die Juden. Diese Gemeinsamkeit des Hasses wird ihnen zeigen, daß die meistgehaßten Menschen nicht die schlechtesten sind, daß jüdische und deutsche Eigenart sehr geistesverwandt ist; man möchte das Wort prägen, daß die Deutschen die Juden unter den Völkern sind. Lesen Sie, wie der Herausgeber der „Süddeutschen Konservativen Korrespondenz" den Haß gegen die Deutschen erklärt: „Der Deutsche bringt es im Auslande zu etwas durch seine Anpassungsfähigkeit, seine Bildung, seinen Fleiß, seine Gewissenhaftigkeit. Es ist darum ganz natürlich, wenn aus den unteren Instinkten der Ausländer Abneigung gegen die Deutschen entsteht. Der Ausländer bekämpft und haßt im einzelnen Deutschen die Tüchtigkeit seiner wirtschaftlichen Fähigkeiten und persönlichen Tugenden". Die „Post" hat diesen Artikel abgedruckt. Setzen Sie für Deutsche das Wort Juden ein, so wird auch ein gut Teil des Judenhasses erklärt sein. Wir Deutsche sind gehaßt, weil wir uns selbst und unseren Mitmenschen das Leben nicht besonders bequem machen. Wir arbeiten in angestrengtem Eifer, wir gönnen uns nicht Zeit zu ruhigem Behagen, uns beherrscht eherne und strenge Pflichterfüllung und ein Fleiß, den keine Mühe bleichet. Was die Gegner Militarismus nennen, ist der Geist der Pflichterfüllung, der Geist rastloser Arbeit. Ich kann mir denken, wie unangenehm es die englischen Cityleute und Lords empfinden, daß sie Fußball und Sport und Klubleben und Wohlbehagen einschränken müssen, wenn sie auf dem Weltmärkte mit den Deutschen standhalten wollen, und daß sie es als eine Beeinträchtigung ihres Herrenstandpunktes empfinden, wenn sie der deutsche „Parvenü", damit sie neben ihm bestehen, sollen, zur rastlosen Arbeit zwingt. Nationen und Menschen von strenger Pflichterfüllung drücken auf ihre Umgebung,