Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Der Krieg
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 13 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Krieg. 13 suhlen. Seit mehr als zwei Jahrzehnten treten wir für den Gedanken ein und wollen ihm allgemeine Geltung verschaffen, daß man ein getreuer Sohn seines Vaterlandes und auch ein getreuer Jude sein kann, daß der beste Jude auch der beste Deutsche sein wird. Ist es unsere Aufgabe, die Juden ohne Anterschied ihrer religiösen und politischen Richtung in der tatkräftigen Wahrung ihrer Gleichstellung und in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken, so versteht es sich von selbst, daß wir unsere Pflicht bis ans äußerste erfüllen werden. Wir haben uns zu Beginn des Krieges in einem Ausrufe an unsere Mitglieder gewandt und ihnen gesagt, daß wir auch über die Pflicht hinaus für das Vaterland eintreten wollen. Man hat uns dieserhalb angegriffen, weil auch das selbstverständlich sei und nicht gesagt zu werden brauche. Das mag sein. Ich glaube aber nicht, daß es schädlich ist, wenn man hier und da dem Selbstverständlichen Ausdruck gibt. Wir haben es nicht getan in der Erwartung der Anerkennung und der Dankbarkeit, sondern weil es uns unsere Herzen eingaben. Wir rechnen und warten nicht auf Dankbarkeit des Vaterlandes, sondern wir handeln, wie es Pflicht und Gewissen uns gebieten. Ich habe schon früher gesagt, daß das Leben lebenswert ist, auch wenn man nicht Reserveoffizier, Korpsstudent oder Landrat sein kann, daß wir, wofern wir nicht vdr der Front kämpfen können, wir in der Front kämpfen, in Reih' und Glied unfern Mann stehen werden, wenn das Vaterland uns ruft. Das tun unsere jüdischen Brüder. And wir freuen uns dessen. Was sagt uns nun der Krieg? Er sagt uns das, was er allen Deutschen sagt. Wir haben es mit tiefer Entrüstung gelesen, als ein englischer Jude, Zangwill, offenbar unter dem Drucke von Sir Edward Grey, sich angeschickt hat, sich an die Juden der neutralen Länder zu wenden und sie ersucht hat, ihre Sympathie den Verbündeten zu- und den Deutschen abzuwenden. Herr Zangwill hat den Juden erklärt, daß der Krieg ..meide in Germanyi: sei, daß Deutschlands Verhalten im Kriege ebenso barbarisch sei, wie seine Gemütsverfassung im Frieden, daß es besser sei, daß die jüdische Minderheit sortfährt, zu leiden, als daß das große Interesse der Zivilisation unter dem Triumph. des preußischen Militarismus untergehen soll. Herr Zangwill sagt, daß die Versicherungen, die er den Vorzug chatte, von Sir Edward Grey zu empfangen, und die dahln gehen, daß dieser keine Gelegenheit versäumen würde, die Emanzipation der russischen Juden zu fördern, einen Wendepunkt in deren Geschichte bedeuten, und daß England auch noch Rußland zivilisieren werde. 1. Wenn Herr Zangwill sagt, daß der Krieg „made in Germany” ist und daß Deutschlands Verhalten im Kriege so