Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 21 (1915)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1915)
- Article
- Der Krieg
- Date
- 1915-01-01
- Page
- 12 (sequence 11)
- Language
- German
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rs Im deutschen Reich. Weil wir von uns sagen können, daß wir den Frieden ehrlich gewollt, nicht Weltherrschaft erstrebt, sondern nur einen bescheidenen Platz an der Sonne haben wollten, weil wir aber bereit sind, für des Vaterlandes Wohlfahrt nicht bloß den letzten Penny, sondern auch den letzten Blutstropfen herzugeben, deshalb werden wir siegen. Ja, wir werden siegen! Das sage ich nicht, weil ich unsere Feinde unterschätze. Ich glaube, ich habe Ihrer Aller Zustimmung, wenn ich sage, daß es kaum etwas Widerwärtigeres gibt, als der Schnodder- Lon, der besonders in den ersten Wochen des Krieges hervortrat, der für den Krieg die Schlagworte der wüsten Straßenprügelei gebrauchte, sich in liebertretung und Geringschätzung der Gegner nicht genug tun konnte. Alles das ist unserer nicht würdig, denn auch unsere Gegner sind unser würdig, und wir sind ihnen nur überlegen, weil Manneszucht- Pflichterfüllung und rastlose Arbeit unser jahrhundertelanges Erbteil sind. „Wir werden," sagte unser Kaiser, „uns wehren bis zum letzten Hauch von Mann und Roß, und wir werden diesen Kampf bestehen auch gegen eine Welt von Feinden." Wollen wir aber die Tiot der Zeit, die Schwere der Opfer überwinden, die das Vaterland von uns fordert, so darf uns unser Optimismus nicht verlassen; wir dürfen uns unsere Hoffnung, unsere Siegeszuversicht und unsere Begeisterung nicht nehmen lassen. Den Pessimisten und Flaumachern müssen wir aus dem Wege gehen. Der liebe Gott hat uns das Siegen nicht gar zu leicht gemacht, uns die Schrecken und Schäden des Krieges so fühlen lassen, daß wir sie sobald nicht vergessen, sie nicht gering achten werden. Die Wunden, die der Krieg uns geschlagen hat, und noch schlagen wird, sind so groß, ^daß wir in noch Jahrzehnten und solange wir leben, nicht kriegslüstern sein, und daß wir aus ihm die Lehre entnehmen werden, daß nur der Kampf um die heiligsten Güter der Ration den Krieg rechtfertigen kann. Aber ausharren wollen wir und hosfen, durchhalten bis zum äußersten. „Wenn es etwas Gewaltiges gibt, das größer als das Schicksal ist, so ist -es der ,Mut, der es unerschütterlich trägt". Dieser Mut der Begeisterung und der Hoffnung verlasse uns nicht. 'Wird uns, was ein gütiger Gott uns gewähren möge, ruhmreicher Sieg und Friede beschieden sein, so wollen wir Einigkeit und Begeisterung, Läuterung und Erhebung, Opferwilligkeit und Hingebung mit in die Friedensjahre hinübernehmen und den Frieden. dadurch stabilisieren, daß wir zum Kampfe immer gerüstet sind. And nun wir Juden! Für uns, die wir auf dem Boden der Anschauungen des Centralvereins stehen, bedarf es keiner Versicherung, daß wir in der Zeit der nationalen Erhebung nichts Besonderes wollen, nichts Besonderes denken und