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Im deutschen Reich · 1915-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1915) · p. 8

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
21 (1915)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1915)
Article
Der Krieg
Date
1915-01-01
Page
8 (sequence 7)
Language
German
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s Fm deutschen Reich. der Einzelne muß sich opfern, damit die Nation ihr Werde erfülle. Für die Nation ist der Krieg nicht bloß der Zerstörer, sondern der Erbauer. Was der Krieg durch Blut und Eisen zusammenschweißt, ist unvergänglicher als alle Gebilde des Friedens. Denken Sie an die deutsche Einigkeit; durch Blut und Eisen geschweißt wird sie die Jahrhunderte hoffentlich besser überdauern, als wenn sie durch die Kunst friedlicher Diplomaten gezimmert wäre. Es heißt, daß im Kriege die Musen schweigen. And doch haben wir neben der Fülle blecherner Poesie eine Reihe der herrlichsten Gedichte gelesen, die uns wundersam ergreifen, und wie auf Flügeln über Zeitlichkeit und Not hinwegheben. Lassen Sie mich nur einige wenige Proben Ihnen vorlesen, Verse, die Es verdienen, in das Weite zu klingen. Aus einem Gedicht von Richard Dehmel, der selbst trotz seines Alters als Kriegsfreiwilliger ins Feld zog: „Was sind tzaö' und Gut und Leben, alles Dinge, die vergehen, Daß wir vor Begeist'rung beben, wenn wir uns zum Kampf erheben, Das wird ewig fortbestehen, das will Gott. Gott ist Mut in Kümmernissen, ist das Edle, das uns treibt, Ehre, Treue, Zucht, Gewissen, Volk, drum fühlst du hingerissen. Daß dein Geist unsterblich bleibt. Geist von Gott." In Deutschlands Fahnenlied schildert er köstlich, wie der Krieg die Nation demokratisiert: „Des Kaisers Hand hält das Ehrenschild, Blank ob der Fahne, Seine Kraft ist Deiner Kraft Ebenbild, Volk um die Fahne! Ihr Müller, Schmidt, Meyer, du ganzes Heer, Jetzt sind wir allzumal Helden wie er, Dank unserer Fahne!" And zum Schluß zwei Kriegslieder; beide von ergreifender Einfachheit, Schönheit und Kraft. Das eine, ein österreichisches Neiterlied des jüdischen Leutnants ZuckermannP, ist so kurz, daß ich es Ihnen ganz vorleseu möchte; aus dem anderen, „Im Schützengraben" Von Rosner, will ich, mit Rücksicht auf die vorgerückte Zeit, nur die zwei letzten Strophen Ihnen Mitteilen: *) Leutnant Hugo Zu ch ermann ist inzwischen seinen in den Karpathenkämpfen erlittenen schweren Wunden erlegen.

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