Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 10-12 (Oktober 1914)
- Article
- [Ohne Titel] / E. B.
- Date
- 1914-10-01
- Page
- 389 (sequence 2)
- Language
- German
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Feldpostbriefe. 389 vergeblich bemühen werde auszugeben. Line Ueberhäufung mit Liebesgaben ist gänzlich ausgeschlossen, das Teilen mit den Kameraden ist selbstverständlich. Du, liebe Mutter, hast uns allen eine riesengroße Freude mit Deinem Kriegsbericht gemacht. Zu bewundern und zu verehren sind unsere hohen und höchsten Führer, die von ungeheurer Aufopferung erfüllt sind und soviel gute Worte noch für jeden übrig haben, daß sie selbst den Schwerverwundeten ihr Los erleichtern. Ls ist eine Lust zu kämpfen, wäre zu viel gesagt, aber auch der letzte Mann spürt die Größe der Sache, um die es geht; jund wenn ein kaiserlicher Prinz selbst die Trommel zum Sturm rührt, wie bei., dann wird auch Uebermenschliches geleistet. Gute Feiertage, leichtes Fasten! Möge Gott Eure Gebete am heiligsten Festtage erhören! ,E. B. II. Das hätte ich nicht gedacht, daß meine erste Tätigkeit in diesem Feldzug mit der eines! Detektivs viel mehr Aehnlichkeit haben würde als mit der eines F e l d g e i st l i che n. Mit welchen Schwierigkeiten es verknüpft ist, den Truppenteil zu finden, den man erreichen soll, das erinnert an die Arbeit eines Sisyphus: denn wenn man nach endlosen Fragereien den gesuchten Ort endlich festgestellt hat, dann ist, wenn man hinkommt, das Nest ausgeflogen; bei dem Schleier des Geheimnisses, in das die Truppenbewegungen gehüllt werden, fängt die Arbeit von neuem an, und bei dem Schneckentempo, in welchem die Lokal- und besonders die Militärzüge fahren, ist der Zeitverlust ein recht beträchtlicher. So kam es, daß ich am Vorabend des Roschhaschonoh-( festes, statt bei unseren braven bayerischen Truppen das Roschhaschonofest zu begehen, erst in Metz angelangt war. Ls war interessant genug, diese Stadt gerade in Kriegszeiten kennen zu lernen; ihr Charakter als Festung und die Nähe der Grenze brachten doch den Krieg um vieles deutlicher zum Bewußtsein als wir es im übrigen Reiche gewohnt sind. Die Einwohner müssen viele Beschränkungen, z. B. im Telephon- und Reiseverkehr, in Kauf nehmen. Darum aber ist es besonders erfreulich, zu sehen, wie die Bewohner dieser Stadt, in der die meisten Bekanntmachungen deutsch und französisch erscheinen, nicht nur diese Beschränkungen und die Unbequemlichkeiten zahlreicher Einquartierung gern auf sich nehmen und darüber hinaus den durchziehenden Soldaten mit offenen Händen Liebesgaben "spenden. So sollen besonders unsere