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Im deutschen Reich · 1914-09-01 · Heft 9 (September 1914) · p. 346

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 9 (September 1914)
Article
Der allgemeine Bettag
Date
1914-09-01
Page
346 (sequence 3)
Language
German
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346 Fm deutschen Reich. Volk nicht mehr das Schwert erheben und überall Frieden Herrschen werde, wenn die Erde voll der Gotteserkenntnis sei. Unser Monarch habe nie Haß gehegt und den Frieden wahren wollen, solange es die Ehre gestattete. Man habe aber Deutschland das Schwert in die Hand gedrückt. In diesen: aufgezwungenen Kampf sehen wir uns nach Trost und Hilfe um. Wir finden den Trost im Patriotismus des deutschen Volkes, in der Tapferkeit unserer Armee, in der Weisheit, Einsicht und Erfahrung der leitenden Kreise. Unsere Hilfe suchen wir bei Gott dem Einzigen. Er ist vor allem der Gott des Erbarmens und des Friedens, er ist aber auch, der Hartnäckigkeit der Menschen gegenüber, der Gott der Heerscharen, der Herr des Krieges. lieber Sieg und Niederlage entscheidet er. Es folgte dann ein begeisterter Aufruf an die Zuhörer, mit Gut und Blut für das Vaterland einzustehen, eingedenk zu sein all des Guten, das wir dem Vaterlande und dem Hause Hohenzollern verdanken, nicht zu vergessen, daß wir gegen einen Feind ziehen, der ebenso der Feind des Vaterlandes wie einer der bösesten Judenfeinde ist. So tut denn eure Pflicht daheim wie auf dem Felde der Ehre. Die Rede schloß mit der Mahnung, des prophetischen Wortes eingedenk zu sein: „Im Wöhle der Gesamtheit liegt unser Wohl, im Glück des Vaterlandes unser Glück." In der Synagoge Kaiserstraße kam, wie in den Ändere« Gemeinde-Synagogen, der 130. Psalm erst in hebräischer Rezitation, dann durch deutschen Chorgesang zum Vortrag. Hierauf schilderte Rabbiner vr. Petuchowski den Ernst der Lage des Vaterlandes, aber auch, wie die Begeisterung, die alle Deutschen, ohne Unterschied des Standes und des Glaubens, entflamme, sowie die feste Uebereinstimmung zwischen Fürst und Volk den Sieg verbürge. Die gerechte Sache werde Gott, der Herr des Krieges, der ein gerechter Richter fei, zum glücklichen Ende führen. Daß unser Kaiser sich bis zur letzten Stunde für die Erhaltung des Friedens eingesetzt habe, gebe ihm und uns ein reines Gewissen und eine gute Waffe. Jede deutsche Mutter werde zu Gott beten, daß er ihrem Sohne Mut und Ausdauer verleihe, jede jüdische Mutter in der jüdischen Geschichte Beispiele heldenmütiger Todesverachtung und in dem Gott der Barmherzigkeit Trost und Beruhigung finden. Unsere Losung sei: „Gott ist mit mir, ich fürchte nichts." Daran schloß sich ein Gebet für Kaiser und Reich und die glückliche Heimkehr unserer sieggekrönten tapferen Soldaten. Der Betgottesdienst in der „Jüdischen Reformgemeinde" wurde wie am Vorabend des Versöhnungstages durch den 130. Psalm eingeleitet. Den Text der Predigt des Dr. Lehmann bildeten die Worte des Propheten Joel: „Stoßet in die Posaune, veranstaltet eine« heilige« Dettag,

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