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Im deutschen Reich · 1914-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1914) · p. 301

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1914)
Article
Rückblicke
Date
1914-07-01
Page
301 (sequence 13)
Language
German
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Rückblicke, 301 ftttmmg P'eht mit den Interessen keines Staates und 'keines' 'Volkes im Widerspruch. 'Sie kann uns "deutsche Zionisten niemals hindern, gemäß unserer historisch gegebenen Stellung am politischen und kulturellen Leben Deutschlands tätigen Anteil zu nehmen. Wir weisen jede Verdächtigung unserer vaterländischen Gesinnung mit Entrüstung zurück/' Soweit der mit der Erklärung sicherlich auch gemeinte Zentralverein in Frage kommt, hat er niemals an der Wahrheit der Versicherung, die Nationaljuden seien staatstreue Bürger, gezweifelt. Wie er jede Ueberzeugung achtet, weiß er, daß sich unter den Nationaljuden genug Ehrenmänner "befinden, 'die eine solche Erklärung nicht abgeben, wenn sie ihrer Ueberzeugung nicht entspricht. Was aber immer wieder betont werden muß, ist folgendes: Ein großer Teil des Nätionaljüdentums betrachtet sich als fremd, Deutschland ist Wohnland, die deutsche Kultur ist eine fremde Kultur. Es wird immer betont, man müsse schon in Deutschland sehen, die jüdische Kultur auszubauen und sie von der deutschen zu trennen. Die Muttersprache sei nicht deutsch, sondern hebräisch. Man fei mit Deutschland durch Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten verbunden, erfülle seine Pflichten treu und ehrlich und könne daher alle Rechte verlangen. Man müsse aber anerkennen, man sei ein Gastvolk im Wirtsvolk, man sei, wenn auch im besten Sinne, ein Fremdkörper. Jüdisch-völkisch stehe neben deutsch-völkisch, sei gewiß kein .Gegensatz, aber etwas st n d e r e s. Der Standpunkt schlägt nicht nur unserer inerften Ueberzeugung geradezu ins Gesicht, sondern widerspricht auch vollkommen unseren Wünschen und unseren Hoffnungen. Er ist uns so fremd wie möglich. Man kann kaum verlangen in Deutschland gleichberechtigt zu sein, wenn man selbst bei aller Loyalität des Denkens die zukünftigen Interessen Deutschlands nicht als die seinigen, die Pflege und die Verbreitung der deutschen Kultur nicht als eine. Herzenssache der eigensten Persönlichkeit anerkennt. Würde der jüdische Nationalismus siegen, so würde die Konsequenz die sein, daß, und dies sei noch einmal betont, bei allem guten Glauben der Anhänger.der jüdisch-nationalen Idee, ein Fremdvolk in Deutschland leben würde, das Steuern zahlt, um sich die Duldung im Lande zu verschaffen. Niemals aber würde und könnte es die deutsche Bevölkerung zugeben, daß ein Volksteil erklärt, „unsere Zukunft ist nicht eure Zukunft, unsere Kultur ist nicht eure Kultur, aber trotzdem wollen wir in jeder Beziehung gleichgeachtet und gleichberechtigt sein". Wenn gesagt wird, in Oesterreich und anderwärts gäbe es ja auch die verschiedensten Nationalitäten und niemand nähme daran Anstoß, so vergißt man, daß diese Nationalitäten die von ihnen bewohnte Erde als ihre Heimat und ihr Interesse als mit dem Lande ihrer Arbeit und ihrer Hoffnungen für alle Zukunft verknüpft

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