Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1914)
- Article
- Rückblicke
- Date
- 1914-07-01
- Page
- 298 (sequence 10)
- Language
- German
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298 Fm deutschen Reichallen Zornes, den diese Ueuß'erung aus uns' faden wird — hoffen, ihr auch auf ewig fremd bleiben. Es muß sich also doch wohl darum handeln, nationaljüdische Propaganda durch den Blau-Weiß zu treiben, und man sollte schlechterdings die Wahrheit nicht bestreiten. Eltern, die ihre Kinder im Blau-Weiß wandern lassen, sollten sich überlegen, ob sie — bei aller Anerkennung des jüdischen Empfindens — gerade die jiddischen 'Jargonlieder für diejenigen Gesänge anseh en, die Gemüt und Herz ihrer Kinder beim Wandern besonders erheben. Wir meinen auch, daß man ohne Schalom und Hedad und Hatikwah in Deutschland wandern und dabei ein ehrenwerter Jude bleiben kann. * Wir sprachen vom „Barkochba". Auch bei dessen Beurteilung sollte man, ohne daß wir hier die grundsätzliche Frage der Berechtigung jüdischer Turnvereine erörtern wollen, nicht vergessen, was der Führer der jüdischen Turnbewegung, Herr Rechtsanwalt Greifenhagen in Berlin auf dem 11. Zionisten-; kongreß in Wien erklärt hat: „Die jüdische Turnerschaft bezweckt die körperliche Hebung des jüdischen Volkes durch Verbreitung von Leibesübungen und Sport und Verbreitung der n a t i o n a l j ü d i f ch e n Idee. In unseren Organisationen kommen junge Leute zusammen, die sonst nur schwer für unsere Idee zu gewinnen sind, die aber in ihnen vorbereitet werden, die zionistische Idee in sich a u f zun e h m ett." Wer das weiß und den Charakter der Turnbewegung kennt Und sie dann unterstützt, hat es mit sich auszumachen. Wenn aber, der Barkochba, wie es neuerdings in 'Berlin geschehen ist, unter Verschleierung des nationaljüdischen Charakters für einen Sportplatz zu sammeln sucht und an Leute herantritt, von denen er genau weiß, daß sie für nationaljüdische und zionistische Zwecke nichts zu spenden pflegen, und in Kenntnis dieses Umstandes unter Verbergung des wahren Charakters der Bewegung mit Erfolg Geld zufammenbringt, so liegt hier eine Verschleierung vor, die durch nichts beschönigt werden kann. Wir unterlassen es, sie mit dem Worte zu kennzeichnen, dasj auf solches Treiben paßt. IV. Die Tatsache, daß in der letzten Zeit*) in den antisemitischen' Blättern: fortgesetzt Zitate aus nationaljüdischen Schriften, *) Herr Fritsch bringt in der letzten Nummer des „Hammer" folgende Notiz: „lieber den Zionismus schreibt die „Außig-Karbitzer Volks Zeitung": „Jeder ehrliche Jude wüßte eigentlich Zionist sein. Daß so wenig Wiener Juden wirklich Zionisten sind, spricht nicht sehr für ihre Ehrlichkeit. Die Zionisten sagen offen, was alle Inden heimlich denken: Wir sind eine Fremdrasse, wir wollen uns niemals mit unfern Gastvölkern verschmelzen, wir wollen nichts anderes als nur rassebewnßte Inden sein.*