Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1914)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1914-06-01
- Page
- 261 (sequence 6)
- Language
- German
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AmscharrZ 261 der SHriftsteller hervorgegangen sein soll, der unter dem Decknamen „Daniel Fryman" in dem Buche „Wenn ich der Kaiser war" den verstorbenen Ahlwardt übertrumpft hat. Immerhin hatte der freisinnige Abgeordnete und Stadtverordnete Rektor Günther hinreichenden Anlaß, im anhaltinischen Landtage eine von dem Oberlehrer Dr. Kahle im Ludwigsgymnasium in Coethen gehaltene Kaisergeburtstagsrede zu bemängeln, die geeignet war, auf die Jugend aufreizend zu wirken. Herr Dr. Kahle hat in seiner Rede die Vorgänge in Zabern völlig im Sinne der antisemitischen Presse darzulegen versucht, wonach die Inden es seien, die der Wurzelfassung des Deutschtums in den Reichslanden hindernd im Wege stehen, weil sie im deutschen Reiche nicht alle Rechte erlangen, die ihre französischen Glaubensgenossen genießen. Rektor Günther, der wegen seiner Besprechung dieser Leistung des Kollegen Dr. Kahle im Landtage nachträglich in der „Coethenschen Zeitung" von „mehreren Nationalliberalen" heftig angegriffen wurde, erklärte darauf in demselben Blatt: „Was mich bewogen hat, ist, von autoritativer Stelle vor dem ganzen Lande die Ansicht der Oberschulbehörde über die pädagogische Frage: „Kolitik in der Schule" zu erlangen. Die gleiche Ansicht leitete mich bei meiner Anfrage, betreffend das städtische Friedrichs-Polytechnikum in Coethen. In beiden Fällen war die Antwort vom Regierungstische aus erfreulicherweise befriedigend." Gegen das Hineintragen der „Politik in die Schule" muß Stellung genommen werden, zum Schutz des inneren Friedens und der noch unbefangenen glücklichen Fugend, der doch die Zukunft gehört. Diese Notwendigkeit ergibt sich nicht nur durch den offenen Antisemitismus, der in den alldeutschen Organisationen bei einem Teil der Lehrerschaft genährt wird, sondern auch durch den unbewußten Hang zum Rassenstolz, der, -auf die Jugend übertragen, schädliche Folgen hat. In der Nr. 6 der „Allgemeinen Deutschen Lehrerzeitung" vom 6. Februar 1914 wurde über das Thema „Judentum und Bildung" gesagt: „Nachdenkliche Zahlen sind es, die die Schulzissern der höheren Berliner Schulen an die Hand geben. Von 1446 Gymnasiasten sind 961 jüdisch, von 3035 Realgymnasiasten 590. Von 1752 Oberrealschülern sind 164 jüdischer Abstammung. Noch auffallender ist das Verhältnis an den Studienanstalten für Mädchen; hier ist jede dritte Schülerin jüdischen Bekenntnisses. Wan sollte meinen, die Oberrealschule würde gerade bevorzugt von jüdischen Schülern, da man gemeinhin entnimmt, es herrsche in Viesen Kreisen eine Vorliebe