Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1914-05-01
- Page
- 209 (sequence 6)
- Language
- German
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UnrschaüZ 209 denn, abgesehen von unserer christlichen Sittenlehre, verbindet uns alte das gleiche nationale Interesse. (Sehr richtig!) Geht es einmal hart auf hart, wird nicht gefragt: hie 'Protestant, hie Katholik, hie Israelit, da heißt es: Hie Deutscher! (Bravo! Zuruf: Der Hebräer ist kein Deutscher!) Wenn er auch als „Bassenmensch" kein Germane ist, so ist er doch ein deutscher Staatsbürger, und unsere Verfassung garantiert allen Staatsbürgern die gleichen Rechte und fordert die nämlichen Pflichten. Sollten auch da und dort sich einmal Auswüchse zeigen, die tatsächlich auf Juden zurückzuführen sind, dürfen wir doch nicht alle über einen Kamm scheren, denn es gibt überall! räudige Schafe, auch in der germanischen oder besser gesagt arischen Basse. Ich bin — und ich lege ge - rade wegen der wiederholten Zurufe Gewicht darauf, das zu betonen — e i n ausgesprochenerEegner jener BiHLung, die manAntisemitismus nennt. Wir kommen damit nicht weiter. Wir müssen uns mit allen unseren Volksgenossen zu vertragen suchen, und ich meine, anstatt in antisemitischrw Sinne die Israeliten zu bekämpfen, wäre es klüger, darauf bedacht zu sein, die unleugbare hohe Intelligenz und die sonstigen guten Eigenschaften dieser Basse vor unseren n ationalen Wagen zu spannen. (Zuruf: Wenn es gelingt!) Mein Herr, ich kenne Sie nicht, weiß nicht, wie Sie heißen, aber glauben Sie mir, die Bassen-InLelligenz des Israeliten ist so groß, daß sie ihn schließlich doch zu der Aeberzeugung , führen muß, daß auch seine Interessen gegründet sind in den nationalen deutschen Interessen. (Bravo!) Damit wollen wir dieses' Thema endlich verlassen, denn es weckt bei uns immer unangenehme Empfindungen, und ich wünsche doch, daß unsere imposante Versammlung einen harmonischen Verlauf nimmt. (Sehr gut!) Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber daß trotz der Absage an den Antisemitismus der Redner in einer Versammlung von Landwirten damit einen freundlichen Widerhall finden konnte und sagen durste, was im Zirkus Busch selbst von hochgestellten Gutsbesitzern wahrscheinlich niedergefchrien worden wäre, stellt dem gesunden Sinn der Pfälzer Bauern ein ehrendes Zeugnis aus, wird aber von dem offiziellen Organ des Bundes der Landwirte natürlich verschwiegen. Die konservative Presse hält offenbar die Berichte über deutsch-völkische Versammlungen für erwähnenswerter, denn die Iudensrage ist ihr nun einmal das rote Tuch, welches die gedankenlose Masse verblendet und nicht merken läßt, daß sie noch immer den Vorwurf verdient, den ihr einst Rückert in den „Geharnischten Sonetten" entgegenschleuderte: „Was