Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1914)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1914-05-01
- Page
- 207 (sequence 4)
- Language
- German
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Rmschau, 207 dem Kaiser angeregte Sache der Austausch-Professoren oerhöhnt und schlankweg behauptet, daß alle von Deutschland nach Arnerika gegangenen Hochschullehrer „Juden sind, nicht Deutsche", wie „diese aussehen und sich betätigen" und schließlich den Amerikanern eine falsche Vorstellung von den Deutschen beibringen, könnte ebensogut in Bruhns „Wahrheit" oder in den „Deutsch-sozialen Blättern" stehen. Daß ein konservatives Blatt angesehene und ehrenwerte Hochschullehrer in den Staub zu ziehen und ihnen ihr Vaterland abzusprechen versucht, erinnert an Ahlwardts Art, ist aber so unwürdig, daß man die eigenen Worte am Schlüsse des „Vandalen"- Artikels der „Deutschen Tageszeitung" zurusen möchte: „Soll das nicht auch einmal anders werden? Haben wir kein Interesse daran, die Ehre unseres Volkes gegenüber diesen Elementen sauber zu halten? Müssen wir durchaus den Namen „Deutscher" der Verachtung aller Welt ausliesern, aus purer Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit gegen unsere eigene Art?" Es könnte zur Heiterkeit stimmen, daß sich minder verbreitete Antisemitenblätter bereits durch den Wettbewerb des Agrarierblattes als geschädigt erachten und die „Staatsbürger- Zeitung" sich nicht nur darüber beklagt, daß der „Vorwärts" in ihren Spalten ein Abflauen der Angriffe gegen die Juden bemerkt haben will, sondern daß auch im Deutsch-nationalen Hanölungsgehrlfen-Verbanö ihr das Verlassen des früheren Standpunktes vorgeworfen worden ist. Der gekränkte Antisemiten-Moniteur erklärte Pr einer Briefkasten-Notiz ironisch: „Wir haben unfern Standpunkt in der Iudenfrage so weit verlassen, daß die „Deutschsozialen Blätter" — hoffentlich sind die der „glaubwürdigen Seite" nicht auch verdächtig — unsere Notizen zur Iudenfrage zu den ihrigen machen — allerdings ohne Angabe der Quelle. Wir haben weiter einen so wenig „starken nationalen Einschlag", daß wir bisher das einzige Blatt sind, das wegen eines „zu starken nationalen Einschlages" bei der Verteidigung völkischer Interessen von der „Liga zur Verteidigung Elsaß- Lothringens" verklagt worden ist." Schon kurz vorher brachte die „Staatsbürger-Zeitung" folgende direkt an den Deutsch^ nationalen Handlungsgehilfen-Verband gerichtete Erklärung: „Wenn aus dem Gautage behauptet worden ist, daß die Staatsbürger-Zeitung" einen Artikel des D. H.-V. nicht ausgenommen hat, so ist das eine Unwahrheit. Der D. H.-V. versendet seine Veröffentlichungen an alle Berliner Zeitungeni. Aber nur die „Staatsbürger-Zeitung" allein hat sie regelmäßig abgedruckt. Wir können gar nichts dagegen haben, daß jener kleine, agrarisch angehauchte Teil der deutsch-nationalen Handlungsgehilfen PH das „Berliner Blatt" zu ihrem Leiborgan