Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 4 (April 1914)
- Article
- Der Semigotha
- Date
- 1914-04-01
- Page
- 153 (sequence 9)
- Language
- German
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Der Semigotha. 153 haben. Auch lehne das heutige schottische Volkskostüm augenfällig an das altjüdische an. Von diesen Makkabäernachkommen haben die Schotten ihre Geldgier, und ein Teil des britischen Volkes, und zwar „vielleicht gerade die Oberschicht", hat hier-- durch etwas vom jüdischen Schachergeist abbekommen. Ist das auch Unsinn, so hat es doch Methode! Die Makkabäer, weil sie Tapferkeit zeigen, stammen von den Kelten, und die Kelten der schottischen Inseln, weil sie Geldgier zeigen, stammen von den Makkabäern. Muß man da nicht auf den Gedanken kommen, daß solche Ausführungen von einem Schalk herrühren, der die Antisemiten und modernen Rasse narren zusein em eigenen Gaudium und zum Spaß der Einsichtigen nasführen will? Dieselbe Logik, wie sie bei den keltischen Makkabäern und den makkabäischen Kelten sich offenbart, geht durch das ganze Buch, und darin liegt die von mir zu Anfang gerügte Perfidie. Der Stifter der christlichen Religion, dem der Semigotha in geschmackvoller Weise gleichfalls einen kürzen Artikel (S. 978) widmet, ist, da die Antisemiten noch Christen sind, trotz der eigenen christlichen Tradition, die ihn aus dem Hause David stammen laßt, natürlich kein Jude, sondern als Galiläer und Nazarener ein Kelto-Germane, d. i. Arier, und zwar nicht nur das, sondern nach den Worten des Semigotha „der schärfste Antisemit aller Zeiten". Aber kurz vorher (S. 970) werden mit begeisterter Zustimmung die Worte Dahns zitiert: „Ich bin ein Feind der Phrase „christlich-germanisch", denn was christlich ist, ist nicht germanisch, was germanisch ist, ist nicht christlich. Germanisch sind Wannestrotz, Heldenmut und Walhall — nicht Demut, Zerknirschung, Sündenelend und ein Jenseits mit Gebet und Psalmen." Wenn christlich und germanisch solche Gegensätze sind, warum muß Jesus gerade ein Germane gewesen sein? Ist eine solche Theorie nicht logisch, so ist sie doch bequem. Das gegen den Katholizismus auf Schritt und Tritt a u s f ä l l i g e B u ch widmet ein besonderes Kapitel den Päpsten und Kirchensürsten, in dem die Quintessenz von dem zusammengetragen ist, was eine gehässige Literatur verschiedener Zeiten gegen die katholische Kirche hervorgebracht hat. Man weiß nicht, soll es eine neue Anklage dieser Kirche sein oder soll es als Entschuldigung für sie gelten, daß neun Päpste, darunter selbstredend die Borgias, aber auch Pius IX., und eine ganze Reihet von Kardinälen, auch Loyala und Torqurmada und von den neueren Rampolla, als von Juden abstammend angeführt werden? Pius IX. hat bekanntlich das Dogma der Unfehlbarkeit verkündet. Natürlich weil er ein Jude war und weil dieses Dogma jüdisch ist. „Nach dem Talmud ist jeder Rabbi un- Unlogik.;a§TX., Loyo! ltampolla u. c