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Im deutschen Reich · 1914-04-01 · Heft 4 (April 1914) · p. 151

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 4 (April 1914)
Article
Der Semigotha
Date
1914-04-01
Page
151 (sequence 7)
Language
German
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151 Der Semigothaaufgegangen ist, wodurch diese daher eine gewisse Beimischung chosarischen oder., wie der Semigotha den Namen auszusprechen pflegt, kassarischen Blutes erhalten haben würden. Wer daher „kassarischer" Abstammung ist, ist seiner Nasse nach kein Jude und kann erst recht nicht aus einem der im Jahre 722 V.CHr. Dorr den Assyrern weg geschleppten zehn Stämme Israels sein. Die Grafen Bielski von Olbrachcice bringen es aber nach dem Grafen miss. Semigotha (S. 163) fertig, „kassarischer Abstammung" und aus dem Stamme Gad zu sein. Die ungarischen Grafen Kan von Grafe« Ozsdola und der geadelte Jude Horowih I sind noch geschickter: Der Letztgenannte vollbringt das Kunststück, aus dem Stamme Levi und zu „gleicher Zeit kassarischer Herkunft" zu sein (S. 686), während die genannten ungarischen Grafen (S. 192) von den „Kassaren an der Wolga" stammen und zugleich aber auch aus dem Stamme der Aaroniden sind. Bon einem Repräsentanten dieses Geschlechts erzählt der Semigotha, daß er eine ganze Reihe von Sprachen beherrsche, darunter Hebräisch und das wohl nur in der Redaktionsstube des Semigotha bekannte „liralisch", und in jeder dieser Sprachen verschiedene Abhandlungen verfaßt habe. Es ist schade, daß diese „uralischen" Werke des „kassarischen" Aaroniden Kün nicht ins Riesengebirgische oder Karpathische übersetzt sind, daß sie auch unsereiner verstehen könnte. Was' sich endlich die Macher des Semigotha bei den Angaben gedacht haben: „Geitler von Armingen aus dem Stamme Zebulon der Levi" (S. 606) oder: „Grünebaum aus dem Stamme Menasce (!), auch Wanasse" (S. 625), oder: „Hennig aus dem Stamme Enoch" (S. 655), oder: „Parisi von Eichenthal aus dem Stamme der Pharisäer" (S. 574), das wird wohl niemand ergründen, der nicht entsprungen ist „dem Kerker der Vernunft und ihren Banden". Im letzten Falle hat es dem guten Semigotha die Lautähnlichkeit des Namens „Parisi" mit den Pharisäern angetan, und damit wären wir bei dem interessantesten Kapitel, dem der semi-- j gothaischen Etymologien, angelangt. Bei den Angaben überELyMsl»gdas gräfliche Geschlecht der Gamerra de Gambamar bringt der Semigotha (S. 184) allen Ernstes folgende philologische Auseinandersetzung, die er als geschichtliche Notiz bezeichnet: „Gemara — der zweite Teil des Talmud, welches die Disputationen Gamer-r. der jüdischen Schristgelehrten über die Wischna joth (!) (zehn Gebote Moses), enthält." Der italienische Name Gamerra ist dem Semigotha gleich Gemara, und die „Mischna joth" sind ih m die zehn G e b o te M oses! Das ist etwa so, wie wenn ich den französischen Namen Landois Dom Allgemeinen preußischen Landrecht herleiten und dieses etwa als einen Kommentar— sagen wir — zur Nationalhymne bezeichnen würde. Die dann folgende Erklärung des Namens Gambamar ist ebenso geistreich und ebenso zutreffend. Gamba — ©«ns®««,.

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