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Im deutschen Reich · 1914-03-01 · Heft 3 (März 1914) · p. 104

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 3 (März 1914)
Article
Plan eines Jahrbuchs für das deutsche Judentum
Date
1914-03-01
Page
104 (sequence 3)
Language
German
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104 Fm deutschen Reich. für die Gesamtheit der deutschen Iudenheit bestimmt und aus der Arbeit dieser Gesamtheit hervorgegangen sein, ethischen und politischen Wert haben, das abgelaufene Jahr erfassen und damit dem kommenden Jahr als Anhalt dienen. Es muß eine organische Einheit darstellen, einen Baum, der jedes Jahr einen neuen Ring ansetzt. Die Berichte hätten die wesentlichen Vorgänge und Erscheinungen unparteiisch herauszuheben. Sie müßten aber subjektiv genug sein, um jedes Jahr mit Spannung erwartet zu werden, und aktuell und anschaulich genug, um das Interesse auch derer zu fesseln, die der jüdischen Bewegung fern stehen. Jeder einzelne Teil müßte, unbeschadet der Wahrheit und Klarheit, von dem Schwünge der Begeisterung getragen sein. Jeder Bericht, der die Ziele einer bestimmten Richtung erkennen lassen will, hätte die versöhnliche Form zu bewahren, so daß die Einheit des Ganzen nicht getrübt wird. Gleichwohl soll die eigene sachliche Aeberzeugung in vollem Amfange zur Geltung kommen, so daß jeder Autor mit Genugtuung auf die eigene Arbeit blicken kann. Die Verantwortung für das Gesamtwert müßte demgemäß in den Händen eines Arbeitsausschusses liegen, in dem die verschiedenen Richtungen berücksichtigt sind. Diesem Ausschüsse müßte auch ein Schriftführer angehören, welcher die Einheit des Ganzen zu wahren und die Bearbeitung der neutralen Gebiete selbständig zu leiten hat. Für dieses wichtige Amt des Schriftführers wird in dem Sekretär einer großen Gemeinde oder in dem Herausgeber einer Zeitschrift die geeignete Persönlichkeit gewonnen werden können. Schon aus den bisher dargelegten Gesichtspunkten ergibt sich, daß das vollendete Werk mehr bedeuten wird als ein bloßes Bild des deutschen Judentums. Es müßte schon darum auch ein Mittelpunkt seiner Wirksamkeit werden, weil die Vertreter der verschiedenen Richtungen zu einem gemeinsamen Ziele Zusammenwirken sollen. Aber auch die Einzelarbeit wird, wenn das ganze Werk dem Gedanken einer Einheit der deutschen Iudenschaft gewidmet ist, von diesem Gedanken nicht unberührt bleiben können. Es wird den Verfassern der einzelnen Kapitel die je nach dem Gegenstand mehr oder minder bedeutsame Frage sich entgegenstellen, in welcher Weise eine Vermählung des deutschen mit dem jüdischen Geiste stattgefunden hat. Hieran werden alle Richtungen den gleichen Anteil nehmen können. Für die Anhänger der Tradition wird die Erörterung nicht ohne Interesse sein, wie sich die jüdischen Gebräuche, entsprechend der Eigenart des Landes und seiner Bevölkerung, in Deutschland anders gestaltet haben als in anderen Ländern. Für die Anhänger der kritischen Richtung wird es wertvoll sein, zu wissen, wie weit die liberale religiöse Auffassung der deutschen Juden unter dem Einfluß der Entwicklung der kritischen und

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