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Im deutschen Reich · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. 54

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
Die moderne Jüdin
Date
1914-02-01
Page
54 (sequence 6)
Language
German
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54 Inr deutschen Reich. Buches) selbst zu, daß die Mitgistjagd nicht spezifisch jüdisch, sondern in unserem „goldenen Zeitalter" begründet ist. Trotzdem wird von Ihr der Typus der jüdischen Mädchen und seine Ligenart daraufhin charakterisiert! Ich bin davon überzeugt, daß die Selbstzucht der sich als Stiefkinder fühlenden Juden ihnen gegen diese Volkskrankheiten eine noch größere Immunität verschafft haben würde, wenn nicht die seit Jahren von den Antisemiten betriebene Einschränkung der jüdischen Erwerbstätigkeit und der durch die politische Reaktion aufrechterhaltene mittelalterliche Ausschluß der Juden von vielen Berufen sie in Zwangslagen versetzten, die sie- und die Gesamtheit empfindlich schädigen. Der Schriftsteller vr. Hans Rost hat in der „Kölnischen Volkszeitung" einen für die Juden sehr verletzenden Artikel veröffentlicht, in dem er sich über die Erziehung und Sittlichkeit der. jüdischen Mädchen auf Grund der haltlosen Behauptungen in dem Cronerschen Buche höchst abfällig äußerte. Die in diesem Buche offensichtlich vorhandenen grellen Widersprüche hätten ihn verhindern müssen, ohne Nachprüfung nachzubeten, was „eine kritische Jüdin" in einem Anmut, dessen Grund wir nicht kennen, zum größten Teil unbegründet über ihre Stammesgenossen hinredet. Dr. Hans Rost, der sicher genau weiß, daß die Spätehe und der damit zusammenhängende Geburtenrückgang bei den Juden nur eine schlimme Folge der vorerwähnten Beschränkungen der Erwerbstätigkeit und der Hindernisse für die Selbständigkeit und Begründung eines Hausstandes sind, wiederholt ohne weiteres den haltlosen, nicht zu beweisenden Ausspruch unserer jüdischen Gegnerin: „Heute sind die jüdischen Frauen noch mehr als die Männer bedacht, die Theorie der Zweikinderehe anfrechtzuerhalten. Mehr ist ihnen unbequem, auch da, wo die wirtschaftlichen Bedingungen glänzend sind." Dagegen übergeht Dr. QarS Rost die wenigen Stellen mit Stillschweigen, in denen sich zeigt, daß die ,Kritische Jüdin" doch noch etwas für ihre SLammesgenossen übrig hat, und ,,zwei Seelen", ach (die eine nur zu schwach!), in der Berfasserin Brust leben. So mögen hier einige dieser Stellen zum Zweck eines versöhnenden Schlusses wiedergegeben werden: „E i n I u d e f r a g t n i ch t nachderQualität seiner Eltern; er hält sie für vortrefflich, weil es seine Eltern sind. And diese völlige Kritiklosigkeit, die selbst der erwachsene, kulturell hochstehende Jude für seine Nächsten hat, i st ein rührend schöner Charakterzug bei einer Rasse, die sich sonst nicht gerade durch einen Mangel an kritischer Begabung ausz eich net. Besonders der

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