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Im deutschen Reich · 1914-02-01 · Heft 2 (Februar 1914) · p. 55

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 2 (Februar 1914)
Article
Die moderne Jüdin
Date
1914-02-01
Page
55 (sequence 7)
Language
German
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Clin Brief zum Beilißprozeß. Mutter erbaut der Jude e i n e n Altar i u sei u e m Herzen. Z w i scheu erwachsenen S ö h n e u und ihrer Mutter findet man fast durchweg ein Band innigster Zartheit und o p f erw i l li g st e r Selbstlosigkeit aus beiden Seiten. Der größte Stolz des Sohnes i st es, seine arme Mutter zu - r n t erst ü tz e n und ihr angenehme L e b e n s m ö g l i ch k e i t e n zu schaffen, und all dieses geschieht still und oh ne Aufhebens mit einer keuschen Heimlichkeit und Selbstverständlichkeit." Für diese ,,jüdischen Worte" fehlen Herrn Or. Bost scheinbar Verständnis und Empfänglichkeit, denn er schließt seinen Artikel ,,Die moderne Jüdin" mit den bitteren Worten: ,,Bedauernswerterweise hat das Milieu der modernen Jüdin aus andere Frauenkreise stark abgefärbt, wo Kinderscheu und Kleiderfetzentum in beängstigender Weise eingerissen sind. Mögen unsere deutschen, christlichen Frauen an der modernen Jüdin sich ein abschreckendes Beispiel nehmen und in der Nachahmung der deutschen, christlichen Frauentugenden und der guten Eigenschaften der Jüdinnen sich gegenseitig zu überbieten trachten." An diesem Wettbewerb soll es von jüdischer Seite nicht fehlen! Die Juden verstanden es immer, von ihren Feinden zu lernen; sie werden ganz sicher sich bemühen, den Zerrbildern, die Else Lroner entrollt und die Dr. Bost mit Eifer nachgemalt hat, so unähnlich als möglich zn werden. Wenn die Beherzigung dieser Mahnung eine Frucht der Erörterungen über die „moderne Jüdin" sein sollte, dann'wäre es ein Segen für das Judentum und eine schöne Auffrischung des Ruhmeskranzes der jüdischen Frauen! Sidonie Werner-Hamburg. Sin Brief zum Beilißprozetz. Herr Oberlehrer Kuckhosf-Essen, bisher Mitglied der Fraktion des Zentrums des Reichstags für den Wahlkreis Löln-Land, hat mir einen Brief geschrieben, der auch weitere Kreise interessieren wird, und der deshalb mit seiner Zustimmung an dieser Stelle veröffentlicht wird. Essen, den 11. Dezember 1913. Sehr geehrter Herr Doktor! In der Zeitschrift „Im deutschen Reich" lese ich Ihren Artikel über den Veilißprozeß. Die Sache hat mich nie sehr interessiert, ich habe auch nie die Berichte gelesen. Wie

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