Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- Berlin
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 31 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- address
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316841-2316842--24162-2348031- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korr espond enz en. 31 Die Erfinder des Radiums ober sind Herr und Frau Curie in Paris) der des M e s o L h o r i u m s Prof. Or. Otto H a h n in Berlin. Bekanntlich sind die Herren Geheimräte K r ö n i g in Freiburg, V u m m in Be.lm, uno Döder 1 ein in München zuerst für die Behandlung mit großen Dosen Mesothorium beim Krebs eingetreten uno befanden sich lange Zeit fast allein im Besrtze großer Mengen dieses Präparates, so daß die Patienten, welche sich e.ner solchen Behandlung unterziehen wollten, in ihre Kliniken gehen mußten. Die genannten Herren werden erftaunt sein, durch Herrn Generaldirektor Sieber zu erfahren, daß ste einem orientalischen Stamme angehören, und daß ihnen das Schicksal des Patienten eigentlich Bebensache ist. Solche niedrige Verdächtigungen richten sich in den Augen aller anstanoigen Menschen von selbst! — Bach einer Mitteilung der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" wurde kürzlich bei einer in Ben mark in WesLpreußen stattgehabten Bevision der Volksschulen durch den Begierungs- und Schulrat aus Marienwerder von diesem dem an der Volksschule angestellten jüdischen Lehrer Asch, trotz der gleichzeitigen lodenden Anerkennung seiner Anterrichkserteilnng, eröffnet, daß er nach einer m i n i st e r i e l l e n Anweisung den Unterricht in Geschichte und Deutsch nicht mehr erteilen dürfe. Lehrer Aich wirkt in Beumark seit 27 Jahren als jüdischer Leherr an der Volksschule, ist ebensolange als Religionslehrer am Königlichen Gymnasium und an den höheren Mädchenschulen tätig: außerdem ist er langjähriger Vorsitzender des Turnvereins, als welcher Eigenschaft er den Ehrend rief dar deutschen Turner schaf t erhielt, und Schriftführer des Kriegervereins. Nachdem von dem zuständigen Kreisschulinspektor eine Abschrift des von dem Regierungsrat erwähnten Ministerialerlasses verlangt worden, erfolgte der Bescheid, der Regierungsrat hätte sich im Irrtum befunden. Daraufhin ist dann dem Lehrer Asch der Unterricht belassen worden. — Die ^uten^>crgs^ud^* u n 5 K n nsthandlun g, Berlin W., empfiehlt in ihrem Katalog das von Paul Holzhausen verfaßte Buch „D i e D e n tschen in Rußlan d 1812" als ein von der gesamten „Presse der ganzen Welt" als grandiosestes Merk über das Fahr 1812 bczüchnetes. Wer das Kapitel „Die Greuel von Wilna" liest, wird notwendig zu der Annahme gelangen, daß nur die g e s a m t e A n t i? e mi t e u p r e s s e dieses Werk als grandios bezeichnen kann, denn in diesem einzigen Kapstel werden die Juden in ihrer Gesamtheit au nicht weniger als an vier Stellen durch Musterungen wie die folgende beschimpft: „'Namentlich waren es die Juden, deren Habgier und Grausamkeit sich hier in der widerwärtigsten Gestalt zeigte." — „Bei, Gebildeten und Ungebildeten findet man Anklagen gegen die feige Grausamkeit der Wilnaer Juden, die ihre Opfer eigenhändig zu Tode marterten oder den Kosaken überlieferten." — „Röder fyat erzählt, daß sie manchmal den Hebräern ihren Raub entrissen undsich selbst angesichts der Kosaken mit jenen herumgeschlagen hätten." —i „An dem Flecktyphus starben in Wilna mehrere tausend Stadtbürger, darunter zahlreiche Inden. Die Gefangenen sahen darin eine Strafe des Himmels, da die Rachgier dieses Volkes auch mit den ihnen genommenen Sachen geschachert hatten". — Das hier Wieoer gegebene wird wohl genügen, jeden Vorurteilslosen vor dem Ankauf eines Buches zu warnen, an dem nichts grandios ist, als der Judenhaß!