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Im deutschen Reich · 1914-01-01 · Heft 1 (Januar 1914) · p. 18

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
20 (1914)
Issue
Heft 1 (Januar 1914)
Article
Der Kampf gegen Talmud und Schulchan Aruch
Date
1914-01-01
Page
18 (sequence 4)
Language
German
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18 Im btuifäm Reich, „-auch dem Fremdling" gegenüber. Die Bibel lehrt die Heiligung der Menschenseele, die Einheit des WensHengeschlechtes. Das Gleiche muß der Talmud lehren. Darum hat er so viele bestimmte Vorschriften für -alle sittlichen Forderungen der Bibel gegeben; er verlangt nicht bloß einen edlen Gemütszustand sondern eine sittliche Lebensführung. Aber wenn auch der Talmud in tiefer Weisheit und mit psychologischem Verständnis aus allen sittlichen Prinzipien bestimmte Gesetze entwickelt, so weiß er, doch, daß die Gesinnung das Wesen der Sittlichkeit ist, und es ist nicht wahr, daß der Talmud eine Gesetzesreligion geschaffen hat, der die Weihe der Gesinnung fehlt. Der Talmud wußte, daß die Tat nicht entbehrt werden könne, er wußte aber auch, daß die Gesinnung die Seele der Tat sein muß. „Es ist sittlicher, eine Sünde zu begehen aus guter Gesinnung als eine äußerlich scheinbar gute Tat aus unedlen Motiven zu vollziehen." Der Talmud lehrt nicht, wie man ihm fälschlich vorwirft, die Religion „des Lohnes und der Strafe". Gewiß sind Lohn und Strafe Wirkungen des Verhaltens, nicht aber sollen sie die Ursachen dafür sein. Das Gute des Guten wegen, Gottes wegen tun, ist das Ideal, das wir anstreben sollen. Das Leben gilt als hohes Gut, nicht aber als höchstes Gut. In drei Fällen soll und muß d as Leben preisgegeben werden: wenn die Sittlichkeit bedroht wird, wenn die Treue zu Gott gefährdet ist, wenn das Leben eines anderen in Frage kommt, dann sollen wir den Tod erleiden. Wenn wir also gezwungen werden sollten, einen Menschen zu töten, gleichviel ob Jude oder Richtjude, dann müssen wir uns töten lassen und dürfen kein Blut vergießen. Wir müssen dann sterben — das ist der Ritualmord der Juden! Wie sollen wir uns dem Nächsten gegenüber verhaltend Wie dem andersgläubigen Mitmenschen gegenüber? Jedes Schulkind weiß, daß schon die Bibel lehrt „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", und daß dieses Gebot sich nicht nur auf Stammesgenossen, sondern auf jedermann bezieht. So lehrt auch die Bibel klar und deutlich, und das sollte jedes Schulkind wissen: „Liebe den Fremdling wie dich selbst, denn ihr seid selbst Fremdlinge gewesen im Lande Aegypten." Der Talmud konnte, durfte und wollte nichts anderes lehren, als dieses klassische Bibelwort lehrt, und viele andere von demselben Geiste erfüllten Vibelworte mußten die Leitsterne sein, in deren leuchtenden Spuren er wandelte. Für den Talmud War jedes Wort der Bibel göttlich geoffenbart. Aach talmudischen Bestimmungen werden die Andersgläubigen in zwei Gruppen geteilt, in solche, welche die. sieben noachidischen Gebote halten, das sind jene sittlichen Gebote, die heute jeder Staatsbürger hält, und in solche, bei denen Raub, Unsittlichkeit und Mord u/w. nicht als Verbot galten. Wer die allgemeinen

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