Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- Der Kampf gegen Talmud und Schulchan Aruch
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 17 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316841-2316842-2347952--24140-2348017- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der Kampf gegen Talmud und Schulchan Aruch. 17 leicht vergleichen mit den Reichstagsverhandlungen, ans denen sich das Gesetz heraus entwickelt. Rur wo der Talmud wirklich gesetzliche Entscheidungen fallt, will er bindend sein; nur da, wo die Halacha nicht bestritten wird, ist sie Gesetz. Selbst wenn im Talmud irgendein . Satz niedergelegt Ware, der unserm Empfinden nicht entspricht, was Lut das? Ist der Deutsche verantwortlich für jedes Wort eines ReichstagsabgrordneLen? Streitet nicht der eine Talmudlehrer gegen den andern? Selbst wenn unsere Gegner nicht gefälscht hätten, selbst wenn sie richtige Zitate brächten, ist der Gesamtheit der Juden ein Vorwurf daraus zu machen, daß einer von den 2000 Gelehrten einmal auch geirrt habe? Wir wären bei allen Leiden und Verfolgungen degenerierte Menschen geworden, wenn nicht unsere Väter die geistige und sittliche Nahrung aus dem Talmud gesogen hätten. Licht und Kultur wurden uns entzogen — der Talmud erhielt uns die Ideale, er schärfte den Geist und erhob das Gemüt des Bedrückten. Die Mischna kennt kaum das Christentum, das sich erst allmählich entwickelt hat. Der Stifter der christlichen Religion lebte zur Zeit der Rabbinen und atmete in deren geistiger Atmosphäre. Die späteren Talmudmeister waren die Zeitgenossen der Apostel. Im Neuen Testament ist keine sittliche Lehre enthalten, die nicht schon im Talmud zu finden wäre. Trotzdem ist die Geschichte des Talmuds gleich der Geschichte der Iudenheit eine Leidensgeschichte. Hunderte Male wurde er verbrannt, exkommuniziert und geächtet. Die schwerste Verfolgung gegen den Talmud zettelte der Apostat Pfefferkorn an. Die jüngsten Tage lehren wieder, wie gefährlich gerade die getauften Juden für uns werden können. Der Apostat Pfefferkorn verbreitete die gemeinsten Lügen über den Talmud. Der gelehrte Christ Reuchlin war es, der trotz der schwersten Angriffe den Mut der Wahrheit fand und den Ruhm des Talmuds verkündete. Wer uns haßte, schmähte den Talmud, wußte der Feind doch, daß der Talmud nicht verstanden wurde. Welche Konsequenzen sind aus der Feindschaft gegen den Talmud gezogen worden! Man sagt: der Talmud ist ein Gesetzbuch für Israel, und die Juden haben dieses Gesetzbuch anerkannt, und dieses lehrt alles Barbarische, Betrug gegen die Christen, Unredlichkeit gegen alle Andersgläubigen, Mord und alle Verbrechen lehre der Talmud, „das Gesetzbuch der Juden", so rufen unsere Feinde in die Welt hinaus. Nun, was lehrt der Talmud in sittlicher Beziehung in Wirklichkeit? Talmudjude fein heißt ein edler Mensch sein. Der Talmud will nichts anderes sein als ein Kommentar und eine Ergänzung der Bibel, und kann daher nur lehren, was die Bibel lehrt: einen Gott, eine Menschheit. Die Bibel lehrt die reinste Menschenliebe