Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 8 (sequence 3)
- Language
- German
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8 Im deutschen Reich. vember in einer großen Presse-Versammlung in Währing gehalten hat. „Wie Lueger sich räuspert, und wie er spuckt, daH har er dem Lueger abgeguckt, aber sein Genie; ich meine den Geist usw." Run, der spricht aus Weiskirchners Worten, wie z. 23.: „Wenn die Juden für die Sozialdemokraten stimmen — a la bonne heure, verjudet sind sie ohnehin schon, da kommt es auf ein paar Tausend mehr nicht mehr an. Liber der Wiener Bürger, möge er auch in liberaler Gesinnung erzogen worden sein, er kann und darf nicht für die Sozial- Demokraten stimmen, denn er ist dann ein Verräter an sich selbst und an seinem deutschen Volke. (Stürmischer Beifall.) Freilich haben die jüdischen Zeitungen geglaubt, die Siege vom Juni 1911 werden so weiter laufen. Einmal sind ihnen die Wiener ausgesessen, ein zweites Mal kommt das nicht mehr vor. Dafür werde ich schon sorgen. (Lebhafter Beifall.) And dann, Sie wissen ja aus der NaLurgLsHichLe, der Junikäfer hat kein langes Leben. (Beifall.) Jene Sieger sollen halt ihrer erborgten Mandate noch so lange behalten, so lange der Reichsrat noch lebt — dann lade ich sie ein: Dann, ziehen wir aus zur Hermannschlacht, dann wollen wir Rache haben." (Stürmischer Beifall.) — Seine erhöhte antisemitische Betriebsamkeit ist darauf zurückzuführen, dast er im Juni 1911 bei den damaligen Reichsratswahlen in zwei Wahlkreisen kandidierte und schmählich unterlag. Diese Scharte will er um jeden Preis jetzt auswetzen. Deshalb besorgt er, der einst von einer Berliner Bürgerdeputation gefeiert und auch in Breslau gelegentlich des Besuches der Jahrhundert-Ausstellung sich als unparteiischer Vertreter der -Bürgerschaft aufspielen durfte, das Geschäft der V olksverdumme r und antisemitischen Plusmacher. Die Breslauer jüdischen Stadtverordneten sind taktvoll einem dem antisemitischen Wiener Bürgermeister gegebenen Feste ferngeblieben, aber es ist zu wünschen, daß, die deutschen Juden ihm noch deutlicher kundgeben, was sie von seinen in Deutschland gehaltenen Reden halten. In dem vorerwähnten Artikel der „Schlesischen Volkszeitung" ist ausdrücklich erwähnt, daß, zu den „wichtigsten Bundesgenossen" Weiskirchners „die deutsch-antisemitische n Herrenklubs" gehören urid die Wiener Ortsgruppen der „Ostmark", des Bundes, der die Wahrung der deutschen Interessen auf seine Fahne geschrieben hat, aber gleichfalls auf christlichsozialer Basis ruht. Nicht nur diesem Vereine sollten jüdische Geldmittel nicht mehr zufließen, sondern auch nicht öenr deutsch-österreichischen der bisher von vielen deutschen Juden, die sich durch die falsche Flagge des Eintretens für das Deutschtum in Oesterreich täuschen ließen, ansehnliche Beiträge erhielt. Er trieb nicht nur den jüdi-