Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 20 (1914)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1914)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1914-01-01
- Page
- 7 (sequence 2)
- Language
- German
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Amschau.' 7 Wochen der Schriftsteller E l l e g a a r b Ellenbek in seinem Vorträge über „Die Heilsbotschaft des sinkenden Germanentums": „Die Hauptfeinde des sinkenden Germanentums sind R o m und das Judentum." Die Kultur der Mehrheit des deutschon Volkes, die das Wiener Banausentum geistig weit überragt, bürgt dafür, daß in Deutschland die nur durch ihr tobendes Auftreten und die Gönnerschaft der aristokratischen Agrarier zu einigem Ansehen gelangten Antisemiten nicht wie ihre österreichischen Gesinnungsgenossen das Sprungbrett zur Macht bilden können. Immerhin bildet hüben wie drüben der Judenhaß. ein Bindeglied zwischen den heterogenen Elementen, so daß auch die deutschen Juden in ihrer Gesamtheit die Notwendigkeit erkennen sollten, sich zur Abwehr mehr und mehr zusämmenzuschließen, mit dem festen Mörtel der Verteidigung ihrer Rechte, ihrer Religion und ihrer Ehre. Zu den antiseinitisch angehauchten Zentrumsorganen gehört auch die „Schlesische Volkszeitung", die unter der Aeöerschrist „Das Erstarken des christlich-sozialen Gedankens" sich aus Wien berichten läßt: „Die christlich-sozialen Ideen, denen in Oesterreich Gauen so viele hervorragerrde Männer in der selbstlosesten Weise ihr Leben gewidmet haben und noch wirken, die alten Luegerschen Gedanken von der Volkssolidarität auf christlicher Basis, dringen jetzt in der Reichsmetropole siegreich vor. Die Wiener Christlich-Sozialen arbeiten gegenwärtig in geradezu vorbildlicher Weise. An die Spitze des großen Freiheitskrieges gegen die papierene Fremdherrschaft der j irdischen Großpresse hat sich der tatkräftige Bürgermeister Br. Weis-- kirchne r gestellt, der mit seinen Offizieren, altbewährten christlich sozialen Haudegen und jungen, vielversprechenden Kämpen von Versammlung zu Versammlung, von Bezirk zu Bezirk eilt, um die Bevölkerung vor der Fudenpresse zn warnen und für die christliche Presse zu gewinnen." Von zuverlässiger Seite wird uns bestätigt, daß der Wiener Bürgermeister Br. Weiskirchner, der bei seiner Anwesenheit in Deutschland und bei Empfängen ausländischer Kongreßmitglieder iw Wiener Rathause stets die Freiheit, die Volksbildung, das Deutschtum und andere Ideale im Munde führte, sich an die Spitze der Agitation gestellt hat, die nur die Fehde gegen, die jüdische Presse ansagt, um das gesamte Judentum noch mehr als bisher zu bedrücken. Wie Br. Weiskirchner in Wien seinem Vorgänger Dr. Lueger — allerdings mit weniger Geist und Erfolg wie dieser begabte Bolkstribun — nachzuahmen sucht, haben die Reden bewiesen, die er nach Berichten des antisemitischen „Deutschen Volksblattes" am 27. Oktober in einer Versammlung des 9. Wiener Wahlkreises und am 4. No--