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Im deutschen Reich · 1913-12-01 · Heft 12 (Dezember 1913) · p. 568

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 12 (Dezember 1913)
Article
Ortsgruppen - "Ortsverbände"
Date
1913-12-01
Page
568 (sequence 3)
Language
German
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568 Im deutschen Reich. Diese Erklärungen des Herrn Iustizrats I)r. Hor- Witz, welche in der „Frankfurter Zeitung" im wesentlichen richtig wiedergegeben worden sind, haben zu den lebhaftesten Angriffen der zionistischen Presse gegen den Centralverein und seinen Vorsitzenden geführt. Die „Welt" gibt den „Ausdruck der Verwunderung und Beschämung wieder, daß eine jüdische Organisation einen Mann an ihrer Spitze dulde, der von aller Urteilskraft und allem jüdischen Empfinden so verlassen sei, daß er im Gegensatz zur geistigen Elite der ganzen Welt den Kiewer Skandal als ein „Prozeßverfahren" und dieses Rußland als einen KulturstaaL anerkennen könne". Und in der „Jüdischen Rundschau" schreibt Rechtsanwalt Gronemann-Berlin: „Und er hat zu Ende sprechen können, er ist nicht augenblicklich von dem Zorn der Versammlung von der Tribüne gefegt worden!" Wir gehen auf "die persönlichen Verunglimpfungen nicht ein und haben zur Sache folgendes zu erklären: 1. Herrscht in Rußland noch ein Gefühl von Recht und Billigkeit, ist das Prozeßverfahren ein ehrliches, vom Streben nach Gerechtigkeit erfülltes und der Wahrheitsermittlung dienendes Verfahren, so hätte ein Protest während der Dauer des Prozesses leicht die entgegengesetzte Wirkung auslösen können als die, welche beabsichtigt wurde. Kein wahrer Richter läßt sich durch Proteste in seiner Urteilsfällung beeinflussen. Die Proteste sind schädlich. 2. Steht, wie die zionistischen Blätter annehmen, Rußland außerhalb jeder Kultur, ist der Prozeß ein politisches Machwerk, herrscht dort eine Art KabineLtsjustiz, so sind die Proteste zwecklos und muß während der Dauer des Prozeßverfahrens alles vermieden werden, was die Regierung in noch höherem Maße gegen die Juden aufreizen kann. Protestversammlungen zu veranstalten und scharfe Reden gegen Rußland zu halten, ist außerordentlich leicht; die armen Unglücklichen, welche die Konsequenzen dieser Reden zu tragen haben, wohnen weit weg! Durch Bemerkungen, Juden ständen an der Spitze der russischen Revolution, wie sie in den Berliner Protestverfammlungen gefallen sind, wird die Stellung der russischen Juden nur erschwert. 3. Dem Eentralverein ist das Schicksal des Handlungsgehilfen Beilis in keiner Weise nebensächlich gewesen. Gewiß handelt es sich nur um einen Menschen. Wir betrachten aber die unschuldige Verurteilung eines Menschen als ein derartiges Unglück, daß wir aus den höchsten sittlichen Motiven

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