Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Ortsgruppen - "Ortsverbände"
- Date
- 1913-12-01
- Page
- 567 (sequence 2)
- Language
- German
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Vereulsnacyrrcyren. 10 000 deutschen Juden in breitester Oeffentlichkeit den Vorwurf mangelnder Vaterlandsliebe entgegengeschleudert. Herr Dr. Witkowsky kennt, wie wir wissen, den Wortlaut der Resolution, welche sich mit den Verhältnissen des Central- Vereins und dem Zionismus beschäftigt. Trotz dieser Kenntnis hat er es gewagt, die Sätze unserer Resolution: „Soweit der deutsche Zionist danach strebt, den entrechteten Juden des Ostens eine gesicherte Heimstätte zu schaffen oder den Stolz des Juden auf seine Geschichte und seine Religion zu heben, ist er uns als Mitglied willkommen. Von dem Zionisten iäber, der ein deutsches Rationalgefühl leugnet, sich als Gast im fremden Wirtsvolk und national nur als Jude fühlt, müssen wir uns trennen." dahin zu fälschen, daß er behauptet, die Resolution schleudere 10 000 deutschen Juden in breitester Oeffentlichkeit den Vorwurf mangelnder Vaterlandsliebe entgegen. Wir müssen ein solches Verfahren als eine Verleumdung auf das entschiedenste zurückweisen. — In einer im großen Saal des Lehrervereinshauses vom Centralverein veranstalteten, von weit über 1000 Personen besuchten Versammlung hielt am 30. Oktober d. I. Herr Rabbiner Or. Werner-München einen eindrucksvollen Vortrag über das Thema „Der Kamps gegen Talmud und S ch u l ch a n 'A r u ch", der mit stürmischen Beifall ausgenommen wurde. (Der Inhalt des Vortrages wird in dem nächsten Heft unserer Zeitschrift ausführlich wiedergegeben werden.) Der Leiter der Versammlung, Herr I u st i z r a t Or. H o r - Witz, dankte dem Redner für feine mit stürmischem Beifall aufgenommenen Worte und begründete, weshalb der Centralverein es unterlassen hat, anläßlich des Beilisprozesses Protestversammlungen zu veranstalten. Der Centralverein erachte jüdische Protestversammlungen gegen den Kiewer Prozeß, w ä hren d d e r D a u e r des Prozesses nicht für zweckmäßig und vertraue auf die -Unparteilichkeit und Gerechtigkeit der Richter. Die in Berlin einberufenen Protest- Versammlungen hätten bewiesen, daß bei aller Anerkennung der edlen Auffassung, die zur Einberufung geführt hätte, erhebliche und bedenkliche Entgleisungen von Rednern vorgekommen wären, welche der Sache ungemein schaden, und die zu widerlegen er sich versagen müsse. Mit Wiederholung der Schlußworte des Vorredners „Jude sein, heißt Mensch sein; Judentum ist Menschentum" schloß der Vorsitzende die glänzend verlaufene Versammlung.