Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Berlin
- Date
- 1913-12-01
- Page
- 562 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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562 Im deutschen Reich. des Centralvereins-Vorstands stellte das gegenseitige freundschaftliche Verhältnis beider Vereine fest, das auch im Berichtsjahre geherrscht hatte. — lieber die A n st e l l un g s v er h ä l t n i s s e d e r jüdi - sch en Oberlehrer und Kandidaten, die zuletzt in Heft 12 des vorigen Jahrganges S. 560 besprochen worden sind, stellen wir aus dem Kalender für das höhere Schulwesen Preußens und einiger andrer Staaten für die Zeit vom 1. Mai 1912 bis 1. Mai 1913 folgende Angaben zusammen. Die Zahl der Oberlehrer an den höheren Knaben- und Mädchenschulen Preußens betrug 100, blieb also die gleiche wie in dem vorangehenden Berichtsjahr, obgleich die Gesamtzahl der Oberlehrer um 270 gestiegen war. Ilnter den Direktoren finden wir wiederum 3, von denen 2 die jüdischen Anstalten in Frankfurt a. M. (Philanthropie und israelitische Realschule), der dritte ein städtisches Lyzeum in Charlottenburg leiteten. Von den 100 jüdischen Oberlehrern unterrichteten 18 an den beiden genannten jüdischen Schulen Frankfurts a. M., 75 an städtischen und nur 8 an den königlichen innerhalb der ganzen Monarchie. Ein Oberlehrer ist wie im vorigen so auch in diesem Berichtsjahr zum Christentum übergetreten. Die zu Oberlehrern beförderten 4 Kandidaten sind sämtlich von der Stadt Berlin angesteltt worden, an den höheren Lehranstalten im ganzen 54 Oberlehrer jüdischen Glaubens tätig sind. Von den zu Groß-Berlin rechnenden Gemeinden ist Charlottenburg noch mit 4 zu erwähnen, sonst findet sich in der Mark Brandenburg noch 1 an einer städtischen Anstalt in Crossen und 3 an königlichen Anstalten. Die nächst höhere Zahl weist die Provinz Hessen-Rasiau mit 24 angestellten Oberlehrern auf, wovon aber 18, wie schon erwähnt, an jüdischen Schulen beschäftigt sind. Dann kommt Schlesien mit 6, Westpreußen mit 3, Ostpreußen und Posen mit je 2, Sachsen mit 1; dagegen haben die Provinzen Pommern, Schleswig-Holstein, Hannover, Westfalen, Rheinprovinz keine jüdischen Oberlehrer aufzuweisen. — Die Zahl der anstellungsfähigen Kandidaten ist wie die der Oberlehrer in der in Betracht kommenden Zeit die gleiche geblieben, es waren wiederum 13 vorhanden. Probanden zählen wir 9 gegen 3 im Vorjahr, dagegen unter den Seminarkandidaten nur 9 gegen 14 des vergangenen Jahres. Es ist bei den ungünstigen Aussichten zu wünschen, daß die Zahl auch ferner zurückgeht. — Unter den Oberlehrer innen ist zum erstenmale eine Jüdin angeführt (Kattowitz, Schlesien). Die Zahl der anstellungsfähigen Kandidatinnen betrug 5 (Vorjahr 2), Probandinnen. 1 (Vorjahr 2), Seminarmitglieder 3 ^Vorjahr 1). In den andern Staaten Aord- und Mitteldeutschlands, soweit ihre Anciennitätslisten in dem Kalender für höheres Schulwesen enthalten sind, suchen wir an den staatlichen und städtischen Anstalten vergebens nach, einem jüdischen Oberlehrer. Auch in Hamburg scheint sich also der Schulbehörde eine geeignete Persönlichkeit unter den jüdischen Philologen noch nicht zur Verfügung gestellt zu haben. — Kriminalität und Konfession. Zu der kürzlich durch einen großen Teil der Presse gegangenen, aus der „Statistischen Korrespondenz" entnommenen Aotiz über die Beteiligung der einzelnen Konfessionen an der Kriminalität in Preußen, schreibt uns das Bureau für Statistik der Juden in Berlin: „Die Ziffern der gesamten Kriminalität können ein richtiges Bild von dem Anteil der Konfessionen am Verbrechen nicht geben. Hierzu wäre es vielmehr nötig gewesen, die in dem „Statistischen Jahrbuch für den Preußischen Staat 1912" veröffentlichte Tabelle mitabzudrucken, welche die Zahlen für die einzelnen