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Im deutschen Reich · 1913-12-01 · Heft 12 (Dezember 1913) · p. 558

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 12 (Dezember 1913)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1913-12-01
Page
558 (sequence 4)
Language
German
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558 Im deutschen Reich. erschienen war, wurde nicht nur eine SLandrede gegen die angebliche „jüdische Internationale" gehalten, sondern es war auch folgendes zu lesen: „Rom will, daß seine Anhänger zu ihm über die Berge blicken, und hat keine Interessen an einem sich selbst bestimmenden Deutschtum. Alles droht weltbürgerlich zu werden; Fürsten und Adel sind es schon oft gewesen. Das Geld ist international, die W i s s e n s ch a f t, die Religion, der Sport, der die nationalen Grenzen kühner als alles andere überspringt." — Den Konservativen, deren monarchische Gesinnung durch das Tivoli-Programm doch gewiß nicht gelitten haben wird, empfiehlt sich ein Einblick in die „Deutsch-Sozialen Vlätter" vom 13. September d. I. Dort ist gesagt: „Möge der Kronprinz die stolze Gewißheit hinnehmen, daß viele, viele Millionen deutscher Männer und Frauen seine Tat voll und ganz als ein gerechtes Votum billigen, möge er fest glauben, daß seine Worte dahin Erfolg gehabt haben, daß noch mehr wie zuvor Millionen Deutsche auf ihn als zukünftigen Kaiser zuversichtlich schauen, ihn ehren und ihn zu seiner mutigen Handlungsweise herzlich beglückwünschen. Wir gehen mit ihm Hand in Hand. Die Macht des Judentums wird dann aufhören, größer zu werden. Die Verleihung des Adels an Juden wird ins Stocken geraten, und flimmernde Orden werden dann nicht mehr den Juden den Vorzug geben. Ja, in der Tat, wir gehen einer glorreichen Zeit entgegen, einer Zeit, die auch für uns „Deutsche mit germanischem Blute" Gutes bringen wird — möge sich a\U§ zum Besten wenden." Roch deutlicher geht „Teja" in der Oktober-Rummer der antisemitischen Zeitschrift „D er H a mmer" mit der Sprache heraus: „Wir „spekulieren" nicht. Aber wir verbergen durchaus nicht unsere Hoffnung auf eine bessere Zeit. Der Jude hofft doch auch auf die jüdische Weltherrschaft, die in der neu-wilhelminischen Zeit einen so großen Schritt vorwärts getan hat. Dürfen wir Deutsche nicht also auch hoffen? Wir wollen auch ganz klar und deutlich sagen, worauf wir hoffen. Wir hoffen nicht auf Menschen und Fürsten. Sie können uns nicht helfen. Wir „spekulieren" also nicht auf künftige Fürsten, schon deshalb nicht, weil wir sie nicht kennen. Aber wir hoffen auf das Wiedererwachen aller guten und gesunden Instinkte in unserem Volk. Es wird nicht eher genesen, als bis es die letzten Jahrzehnte seines politischen und wirtschaftlichen Lebens wie einen bösen Traum von sich abgeschüttelt hat. Ob der Kronprinz es sein wird, der uns vom Ballinismus erlösen wird, können wir nicht wissen. Ihm und uns wünschen wir es von ganzem Herzen."

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