Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1913-12-01
- Page
- 557 (sequence 3)
- Language
- German
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Amschau. ttgfett zurückstehen werden. Sie werden vielmehr, eingedenk des biblischen Gebotes, „nichts zu rächen und nichts nachzutragen", wenn nicht als Offiziere, dann in der Mannschaft beweisen, daß ihnen in der Stunde der Gefahr das Vaterland wertvoller ist als alle Interessen der besonderen Gemeinschaft. Die Wahrnehmung, daß selbst die antisemitische Anbiederung von deutscher Seite die russische nationalistische Presse nicht verhindert hat, gegen die Deutschen als Nation zu eifern, und daß man in diesen Kreisen der Alldeutschen selbst mit dem frivolen Gedanken eines Kampfes mit unseren Bundesgenossen sein verwerfliches Spiel treibt, läßt es als wünschenswert erscheinen, die nationalistischen Nebertreibungen ebenso unter die Lupe zu nehmen wie ihren Kriegseifer und ihre Verherrlichung der altgermanischen Anbetung der Naturgewalten. In dem letzten Heft der „Preußischen Jahrbücher" hat HansDelbrück die Warnung erlassen: „D ie Gefahr für die Zukunft Deutschlands liegt nicht in der Sozi a l d em o kr a tie und nicht im Zentrum, sondern bei den Alldeutschen." Zu dieser Erkenntnis ist er sicher nicht durch die antisemitischen Tendenzen dieser Politiker gelangt, sondern nur durch den Unmut über die inneren politischer». Quertreibereien. In dem erwähnten Artikel hat der ziemlich weit rechts stehende Politiker Hans Delbrück die „Leipziger Neuesten Nachrichten" aus Anlaß der Veröffentlichung eines in der Braunschweigischen Frage von dem Kronprinzen an den Reichskanzler gerichteten Schreibens „das bösartigste aller alldeutschen Hetzblätter" genannt. Auch die „Germania", das Organ des Zentrums, hat aus gleichen Gründen dem alldeutschen Blatt den Text gelesen und sich auch gegen die alldeutsche Halbmonatsschrift) den „Vo lkserzieh er", der nach, den Worten der „Germania" auf einem dem positiven Christentum feindlichen Standpunkt steht, halb die ethische Kultur, halb das germanische Heidentum vertritt, mit urkräftigen Worten gewandt. Da die Alldeutschen vielfach bisher zu den antisemitischen Schoßkindern der „Germania" gerechnet wurden, ist deren jetzige schärfere Tonart ziemlich bedeutungsvoll. Es ist hohe Zeit, daß sich nach Delbrück auch andere konservative Parlamentarier, und nach der „Germania" auch andere Organe des Zentrums dem Studium der alldeutschen und deutsch-sozialen Blätter eingehender widmen und überlegen, ob ihre sonstigen Grundsätze mit der antisemitischen Vundesgenossenschaft vereinbar sind oder ob sie nicht triftige Gründe haben, ihr Programm in der Iudenfrage einer Nevision zu unterziehen. In einem „Zur Leipziger Denkmalsweihe" überschriebenen Artikel, der am 18. Oktober in den „Alldeutschen B l ä t t e r n"