Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Wandervogel
- Date
- 1913-12-01
- Page
- 553 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Wandervogel. 553 genossen zu werben. Die Fuldasche Broschüre ist herausgekommen, als ein Beitrag d e s Wandervogel zur Iudenfrage. Jeder, der nicht Verwahrung dagegen einlegt, ist mitverantwortlich. And man soll den Leuten nur einmal klarmachen, in was für eine Gesellschaft sie sich da begeben. Den Vorwurf, daß sie Partei sind und in eigener Sache kämpfen, sollen die Wandervögel ruhig auf sich nehmen. Auch den, daß alle Juden wie ein Mann für einander einstehen. Der Gegner hat sich so unzweifelhaft ins Anrecht gesetzt, so daß der Kampf gegen ihn eine Selbstverständlichkeit ist. Hier handelt es sich nicht um Politik. Gestützt auf die Forderungen von Ehre, Recht und Anstand müssen die jüdischen Wandervögel verlangen, daß die Leitung sie vor Verunglimpfung schützt. And als Mitglieder einer deutschen Kulturbewegung müssen sie dagegen protestieren, daß in einem Atemzuge von allem Edelsten und Höchsten gesprochen wird, das die Jugend erstreben soll, und die jüdischen Volksgenossen gewissermaßen für vogelfrei erklärt werden und gegen sie die unsinnigsten Behauptungen ohne den Schatten eines Beweises erhoben werden dürfen. Wir alle müssen ihnen helfen. Schon das Bewußtsein, daß alle deutschen Juden hinter ihnen stehen, wird denen, die den Kamps führen, das Rückgrat stärken. Wir müssen aufklärendes Material verbreiten, müssen den christlichen jungen Leuten zeigen, wie Deutschlands beste Männer über den Antisemitismus denken. Darum haben wir Gustav Freytags Pfingstbetrachtung versandt und eine sachliche Erwiderung auf die Lügen, die das Flugblatt enthält. Darum haben wir eine Vermittlungsstelle zwischen all den vereinzelten jüdischen Führern und Mitgliedern geschaffen, um ihnen die Möglichkeit gegenseitiger Aussprache zu geben, um sie aufzuklären, damit sie nicht nach der Lage in ihrem Bezirk den ganzen Wandervogel beurteilen. Der Kampf gegen Böswilligkeit, Dummheit und 'Gleichgültigkeit ist niemals leicht. Ein Verbrechen aber ist es, den Streitern in den Rücken zu fallen, indem, man ihnen aus den eigenen Reihen die Ehrenhaftigkeit des Kampfes streitig macht. Die jüdischen Rationalisten mögen es sich doch einmal sehr überlegen, ob sie es für treulos erklären, wenn jemand sein Judentum verteidigt, nicht nur in jüdischen Versammlungen und Zeitungen, sondern auch draußen unter denen, die es angreisen. Vielleicht unterliegen die Juden, Und die „Aufklärungsarbeit" der Fritsch und Stauff und Genossen triumphiert. Dann gibt es nur eins: den Kampf gegen den Wandervogel als solchen. Die Schulbehörden können nicht tatenlos Zusehen, wie die Kinder derselben Schule gegeneinander verhetzt werden. Das ist nicht nur unsere Ansicht. Der Wandervogel verdankt das Wohlwollen, das ihm die Schule heute nach anfänglich