Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Der Beilitz-Prozeß
- Date
- 1913-12-01
- Page
- 533 (sequence 5)
- Language
- German
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3>et Veitiß-Prozeß^ 533 öchmakow, Der die Eltern des Ermordeten vertrat, erklärtes s sei möglich, daß die Tscheberjak am Mord — er sagte am Bitualmord" ,— teilgenommen habe. Die Geschichte vom Tod des Andreas Iuschtschinski klingt Be ein Kapitel aus einem Räuberroman. Einbrecher wurden arter starker Bedeckung aus dein Zuchthaus dem Gerichtshof angeführt) wir hören von Hehlern und Räubern, von Sibirien, :01t Nihilisten. Die dunkelsten Tiefen der russischen Gesellschaft -röffnen sich dem Blick. lütb wie alle Magnetnadeln überall -ach dem Pol Hinweisen und sich immer aus ihn einstellen, so deuteten auch alle Nachforschungen immer wieder auf die Tscheberjak und ihren Anhang. Nach allem, was die Tage jon Kiew uns an Aufklärungen gebracht, haben, dürfen wir mgen: „Iuschtschinski ist mit höchster Wahrscheinlichkeit von D.iebejn, unter denen er lebte, erm o rd e L w o rden, wei l er ih re Ge he i m ni sse k a nute." II. Der Fall Beil iß von der Verhaftung des Veiliß bis zur Erhebung der Anklage. Trotz alledem wurde nicht die Tscheberjak angeklagt, sondern Dem jüdischen Buchhalter Beiliß wurde her Prozeß gemacht. Wie kam das? Der Beiliß-Prozeß hängt eng zusammen mit den politischen Strömungen im Zarenreich. Seit vielen Jahren wollten die russischen Nationalisten mit allen Mitteln die Juden vernichten. In den Jahren 1903—1905 riefen sie die großen Pogrome hervor. Seit dem Fahre 1905 haben solche Hetzen nicht mehr stattgefunden, aber Männer vom schwarzen Hundert wollten neue Brände entzünden, und zu diesem Ziel führte kein besserer Weg als die Anklage des Ritualmords. Vielen kam darum der grausige Tod des Andreas Iuschtschinski sehr gelegen. Sie konnten daran eine Beschuldigung gegen alle Juden wegen Mordes erheben, lind ebenso gelegen kam diese Auffassung der Tscheöerjak. Je mehr sie den Verdacht auf Juden lenkte, desto Leichter brachte sie sich selber in Sicherheit. Die Tscheberjak und die Antisemiten arbeiteten einander in die Hände. Die Nationalisten, die sich des Prozesses bemächtigten, entlasteten die Tscheberjak, und diese lieferte ihnen Material gegen Beiliß. „In allen Prozessen gegen die Juden, namentlich in den ,Mitualmordprozessen", greise stets eine unsichtbare Hand ein,- verwirre die Behörden und lenke die Untersuchungen auf eine falsche Fährte", hat der Staatsanwalt Wipper zu Beginn seines Plädoyers ausgeführt. Er hat recht, nur in ganz anderem Sinne, als er es ausspraH. Die geheimnisvolle Hand Politischer Charakter deL ProzesseL. 16) Ebenfalls int Plaidover L XL