Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Der Beilitz-Prozeß
- Date
- 1913-12-01
- Page
- 531 (sequence 3)
- Language
- German
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Der Beiliß-Prozeß- 531 ö geblichen Aussage von (Lugen und Walja baute sich spater d ganze Anklage gegen Beiliß auf. Beide Kinder starben r August 1911, man munkelte, sie seien vergiftet worden. £ :t Bruder der Vera ist S i n g a j e w s k i, ein berüchtigter L ibrecher. Er wurde im Beiliß-Prozeß. mehrfach, mit großer stimmtheit als der Mörder des Andreas Juschtschinski bezchnet. Die Tscheberjak war das Haupt einer Diebesbande. Sie g nährte ihr Unterschlupf in ihrem Hause, nahm ihr die gefr. Plenen Sachen ab und verkaufte sie. Diese Tatsache wurde iu Prozeß geradezu als notorisch behandelt und ist 'stets wie sc -stverstandlich angesehen worden. Die Tscheberjak genoß den k ifbar schlechtesten Rust). Aach dem Pogrom von 1905 leierten in ihrem Hause massenhaft geraubte Gegenstände^), eine Aachbarin traf am Tage und zur Stunde des Mordes bei ei :em unvermuteten Besuche drei Diebe unter verdächtigen Amstmden bei ihr vor, darunter ihren Bruder Siugajewsku). In dem lichtscheuen Kreis, der sich um diese Frau sammelte, ic:: re dsr junge Andreas Juschtschinski. Er ging in dem verrufenen Haus aus und ein, er war der nächste Freund des kleinen Eugen. T., er kannte alle Geheimnisse des Gesindels und wurde von ihm der „Hausgeist" genannt, vor dem nichts verborgen ist. Und gerade das sollte sein Verhängnis werden. Als Mitwisser konnte er der Bande furchtbar werden, und deshalb halte sie alle Ursache, ihn aus dem Wege zu räumen. Die Diebe wollten im März die Sophien-Kathedrale in mutmaßlich« Kiew ausrauben, der junge Juschtschinski sollte daran teilnehmen, ©nSung* aber die Ausführung erwies sich als schwierig, die Verbrecher nahmen davon Abstand, beseitigten aber den gefährlichen kleinen Kameraden.' So denkt sich der frühere Leiter der Kiewer Kriminal- Polizei den Hergangs). Anders schilderte ein Verteidiger das Verbrechen^). Am 9. März 1911 wurden mehrere Diebe aus km Kreise der Tscheberjak verhaftet. Am gleichen Tage hatte Juschtschinski Streit mit Eugen Tscheberjak und drohte ihm, er werde die Mutter der Polizei als Hehlerin anzeigen. Das erzählte Eugen zu Hause. Tags darauf holte er den Freund in die elterliche Wohnung ab, und dort wurde das Kind von drei Dieben, darunter Singaiewski, ermordet. Die Leiche wurde zunächst im Hause aufbewahrt, und dann nachts nach der Höhle gebracht, in der sie später gefunden wurde. Wie im Einzelnen der Mord ausgeführt wurde, darüber Verdacht?$rünbc herrschen also nur Vermutungen. Aber der Verdacht gegen die 4$ebetfaL --- Zsugrnaussaglm.- 6) Tierarzt BaIawin 21. X. J) Krass ows ki 21. X. 8) Derselbe. ») Krassüwski 21. X. xo) Grusenberg int Plaidoher 9. XI.