Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1913)
- Article
- Der Beilitz-Prozeß
- Date
- 1913-12-01
- Page
- 530 (sequence 2)
- Language
- German
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5-30 Im deutschen Reiche ersten rschungen :gen dir mrdten. en Vera öerjak, iürnver- und ihr ÜS. Bluterguß ausgefüllt, so daß alle inneren Blutgefäße wie eine einzige blutige Masse aussahen. Der Ermordete war der Knabe Andreas Iuschtschinski. Er war am 12. Marz 1911 von unbekannter Hand ermordet worden. Die Polizei ging bei der Ausnahme des Tatbestands mit großer Ilngeschicklichkeit vor. Der Schutzmann, der zunächst herbeigerufen wurde, ließ die Leiche eine halbe Stunde lang allein, während er am Telephon weitere Hilfe requirierte. Ein Arzt wurde anfangs überhaupt nicht zugezogen. Die Gerichtsärzte, die später die Obduktion Vornahmen, besorgten ihre Aufgabe nachlässig und mangelhaft. Die Wunden wurden im Protokoll nicht näher beschrieben, nur die Maße ihrer äußeren Oeffnungen wurden angegeben, nicht aber deren Tiefe, so daß später ein sicheres Urteil über den Zustand der Leiche nicht mehr abgegeben werden fottnte1 *). Die Polizei suchte die Mörder zunächst unter den Verwandten des Kindes. Andreas Iuschtschinski war unehelicher Geburt, seine Mutter hatte später einen Luka Prichotko geheiratet. Der Junge hatte es zu Hause schlecht und wurde viel geschlagen. Seine Eltern kamen in Verdacht, weil er ihnen als voreheliches Kind im Wege stand und weil ihnen sein Tod außerdem ein erhebliches Vermögen gebracht hätte, denn ^^1^2 besaß 600 Rubel-). Der Verdacht wurde ganz besonders von Vera Tscheberjak geschürt, der Frau, um die der ganze nachmalige Beiliß-Prozeß sich eigentlich dreht und die der Familie nahestand3 4 5). Sie veranlaßte auch eine Anzeige gegen den Stiefvater-). Die Eltern wurden verhaftet, bald aber wieder freigelassen. Doch hat noch im Prozeß selber ein Zeuge3) den Stiefvater in aller Form des Mordes verdächtigt. Spuren der Tat wiesen dann vor allem auf die Kreise hin, in denen der Ermordete viel verkehrt hatte, und das waren Verbrecherkreise. Sie führten immer mehr auf eine Persönlichkeit, die von allen Kennern der Angelegenheit, zuletzt noch vom Staatsanwalt, in Verbindung mit dem Morde gebracht wurde. Das war Vera Tscheberjak. Die F a m i l i e n v e r h ä l t n i s s e dieses unheimlichen Weibes sind für das Verständnis des ganzen merkwürdigen Kriminalfalles wichtig. Vera ist die Frau des Telegraphenbeamten Wassili. — Das Paar hatte drei Kinder, einen Sohn Eugen (Shenja), eine Tochter Walja, sowie noch eine weitere, jetzt ilil Jahre alte Tochter Ludmilla. Auf der -) Pawlow. Leiöchirurg des Zaren, Aussage vom 29. X. -) Herschko Arendar 10. X. 3) Krassowski 21. X. 4) Brasul Bruschowski 20. X. 5) Ofensetzer Jaschtschenko 12. X.