Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1913)
- Article
- Berlin
- Date
- 1913-10-01
- Page
- 465 (sequence 4)
- Language
- German
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5 viUTcj^on beugen. 465 anzu führen; hier lieg! dfo eine Erfindung der "Antisemiten vor» die den Juden gegenüber eben alles für ertaubt halten. Auch der Herausgeber des „h a m m e r", der bekannte Antisemit Fritsch, leistet auf diesem Gebiet Erstaunliches. Irr einem in Velrag n u. Klasing veröffentlichten Roman von Bernhard Kellermann in Fürth „Der Tunnel'" wird von einem „öen icmou* lüdischcr Abstammung gesagt: „Er rächte sich an jener blonden Basse, die ihn früher mit dem Fufze getreten hatte". Diese Stelle wird im ^Hammer" aufgegrisfen, um den Verfasser Bernhard Wettermann, der kein Jude ist und dessen Elt.rn laut Auskunft vom Standesamt P r o L e ft a n 1 e n waren, als jüdischen Schriftsteller zu bezeichnen, um daran die Bemerkung zu knüpfen: ..Der zynische Wüstling, der mit blonden Mädchen umgeht wie mit einer Ware, ist nach jüdischen Begriffen das „Muster eines Gentleman.* Was eine solche Marrme. j den Nichjaden. der sich irgendwie mißliebig macht, künstlich zum Juden zu stempeln, „nach jüdischen Begriffen" ist das braucht n'cht weiter ansgeführt zu werden! — Die Aufnahme in die „K a i s er W i l h e l m s - A k a d e m i e für das m i l i t a r ä r z t l i ch e Bildungswesen" wird bekanntlich von der Ueberrcichung eines Taufscheines abhängig gemacht. Das bedeutet nichts anderes, als daß Juden von dem Besuche ausgeschlossen sind. Bon dieser Bestimmung scheint der Kriegsminister nichts zu wissen, denn er stellte in der Kommission für den Reichshaushalt-Etat gelegentlich der Verhandlungen über den Mangel an Sanitätsoffizieren entgegen den aus Abgeordnctenkreiscn vorgebrachtcn Beschwerden über konfessionelle Beschränkungen ausdrücklich fest, es seien auch Juden in die Akademie ausgenommen worden. Mit Rech! wird in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift" vom 19. Juni 1913 bei der Wiedergabe dieser Aeutzerrrng die Bemerkung hinzugesügt: „Danach erscheint uns freilich unverständlich, daß in weiten Kreisen die bestimmte Ueberzeugung von absoluten konfessionellen Hindernissen vorherrscht. Jedenfalls wirkt diese Bestimmung auf die Neigung, sich zu melden, ungünstig, so daß damit der oft beliebte Hinweis, die betreffenden Kollegen melden sich gar nicht, hinfällig wird." -- In einem „Jüdische Offiziere und Unteroffiziere" über- .schriebenen Artikel haben die „Deutsch-sozialen Blätter" am *19. August die Zuschrift eines „Feldwebels a. D." veröffentlicht. die wir an dieser Stelle deshalb erwähnen. weil derartige Kundgebungen, die nichts anderes sind, als eine Untergrabung der militärischen Disziplin, nicht unbeachtet bleiben dürfen. Der angebliche „Feldwebel a. D." gestattet sich nämlich u. a. folgende Aeußerung: „Während früher die Beförderung eines Juden zum Gefreiten eine große Seltenheit war, sieht man jetzt in den größeren Garnisonen aus Schritt und Tritt Gefreite und Unteroffiziere mit schwarzem, krausem haar und mehr oder weniger krummen Beinen. Diejenigen Truppenbefehlshaber, die, um recht liberal zu erscheinen. Juden und Herero-Abkömmlinge trotz ihrer üblen Charaktereigenschaften zu Unteroffizieren oder Gefreiten befördern oder Neger als Paukenschläger oder Schellenbaumträger einstellen, versündigen sich nicht nur aufs schwerste an ihren deutschen Rassegenossen, sondern sie ebnen auch mit oder ohne Absicht — dem Judentum den Weg ins Offizierkorps. Das Offizierkorps gleicht einer vom Judentum und seinen freiwilligen oder erkauften liberalen