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Im deutschen Reich · 1913-09-01 · Heft 9 (September 1913) · p. 411

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
19 (1913)
Issue
Heft 9 (September 1913)
Article
Antisemitische Aeußerungen von Lehrern aus letzter Zeit
Date
1913-09-01
Page
411 (sequence 3)
Language
German
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Antisemitische Aeußerungen von Lehrern aus letzter Zeit. 411 gegentreten und zugleich, bei maßvoller Zurückhaltung im öffentlichen Leben mit dem eigenen Beispiel christlicher Duldsamkeit gegen Andersgläubige der ihnen anvertrauten Schuljugend vorangehen. (I. B. Nr. 14207). Cassel, 15. November 1890. Königl. Negierung, Abteilung für Kirchen- und Schulsachen. An sämtliche Kreisschulinspektoren und StadtschulinspizienLen". 3. In Krojanke besteht seit ca. IV2 Jahren ein antisemilischer Turnverein, dessen Vorsitzender Waldheim, ungeachtet seiner Stellung als Lehrer an der dortigen Simultanschule, vor aller Oeffentlichkeit eine starke agitatorische Tätigkeit als Antisemit entfaltete. So ließ er Einladungen zu dem Sommerfest des Vereins mit der besonderen Versicherung ergehen, daß der Verein „judenrein" sei. Bei dem letzten Vergnügen des Vereins „Armin" ergänzte er eine antisemitische Rededes Amtsrichters Koppe-Flatow durch den Vorschlag, die Inden als Fremdlinge aus Deutschland hinauszuwerfen. Rnsere Beschwerde an den Magistrat in Krojanke hatte den Erfolg, daß, wie die Königliche K r e i s s ch u l i n s p e k t i an in Flatow, an welche die Beschwerde weitergegeben wurde, uns mitteilte, Lehrer Waldheim das Versprechen gegeben habe, in Zukunft alles zu vermeiden, was Grund zu berechtigten Klagen geben könne. Er bedauere, daß auf den Einladungskarten der Verein „Armin" als „judenrein" bezeichnet worden sei. 4. In Siegburg wurde ein dortiger Volksschulrektor wegen einer antisemitischen Aeußerung zurechtgewiesLN, die von einer ganz ungewöhnlichen Herzensroheit zeugte. Ein jüdischer Oberprimaner war plötzlich infolge Ansteckung gestorben. Zwei Oberprimaner, die dem Volksschulrektor von dem traurigen Fall Mitteilung machten, bekamen ungefähr zur Antwort: „Es ist gut, daß der verdammte Jude kaputt ist." Der Vorstand der jüdischen Gemeinde Siegburg richtete daraufhin eine Eingabe an die Negierung zu Cöln, die dem Rektor für. sein ungebührliches Verhalten eine scharfe Rüge erteilte. 5. Der Schullehrer Hofmann in Eder-Bringh außen (Kreis Frankenberg) hatte vor kurzem einigen von ihm unterrichteten Schulkindern Exemplare eines antisemitischen Flugblattes übergeben, die sie weiter verteilen sollten. Das Flugblatt war ein antisemitisches Machwerk, das bereits die Kgl. Staatsanwalts Haft in Leipzig veranlaßt hatte, gegen den Verfasser, den wegen Gotteslästerung und Religionsbeschimpfung schon vorbestraften Vorsitzenden des Reichshammeröundes, Theodor Fritsch, erneut Anklage wegen B e - s d) i m pfung der jüdischen Religio n s g e m e i n - schuft zu erheben. Wir haben auch diesen Vorgang der Kgl. Negierung zu Kassel unter Bezugnahme auf ihre Verfügung vom 15. November 1890 mitgeteilt, und darauf

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