Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 19 (1913)
- Issue
- Heft 9 (September 1913)
- Article
- Antisemitische Aeußerungen von Lehrern aus letzter Zeit
- Date
- 1913-09-01
- Page
- 412 (sequence 4)
- Language
- German
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412 Im deutschen Reich. den vom 7. August b. I. datierten Bescheid erhalten: „Auf die Eingabe vom 26. Juni d. I., Br. 6769 betreffend Beschwerde gegen den Lehrer Hofmann in Eder-Bringhausen, haben wir das Erforderliche veranlaßt." m KsrresvSndeNzeu« Berlin, 10. August. D e r D e u t s ch n a i t o n a I c Handl u n g s g e h i l f e n - V e r b a n d hat in seiner Zeitschrift vorn 20. Mai einen „Jüdische Anmaßung" überschriebenen Artikel veröffentlicht, iu dem daraus verwiesen wird, daß der Centralverein seine Mitglieder davor gewarnt habe, Mitglieder des D. H.-V.. zu beschäftigen. Der D. H.-V. will nun „diese Angriffe von jüdischer Seite nicht mit der bisherigen Geduld ertragen" und erklärt: „Will man den Krieg mit uns, so kann man ihn haben." Der Artikel schließt mit der Drohung, alte Firmen, die seine Mitglieder prinzipiell nicht beschäftigen, öffentlich bekanntzugeben, um sie zu boykottieren. Der antisemitische D. H.-V. ist natürlich die Friedensliebe selbst, hat noch nie ein Wässerchen getrübt und wird nur zum „Kriege gedrängt" durch „die Angriffe von jüdischer Seite". So sagt derselbe D. H.-V., der bekannt ist durch seine rücksichtslosen Angriffe gegen andere Verbände und durch seine antisemitische Sprache, die mit der Wahrnehmung seiner Standesinteressen absolut nichts zu tun hat. Sollte es dem D. H.-V. nicht erinnerlich sein, daß er selbst den Krieg schon den „eingewanderten Juden" erklärt hat, als er in seinen Satzungen die Juden ausschloß und sie „als in einem bewußten Gegensatz zum Deutschtum befindlich" bezeichnete? Die Juden haben dies jedenfalls als eine Kriegserklärung aufgefaßt. Die „Deutsche Handelswacht" behauptet: „Die Iüden beanspruchen für sich das Recht, sich unter Ausschluß .her Deutschen zu organisieren." Das ist eine grobe Entstellung der Wahrheit! Wo beanspruchen die Juden das Recht? 'Im Centralverein gibt es nur Deutsche. Aber was die „Handelswacht" bezweckt, ist Har: sie wärmt solange ihren alten Kohl auf, bis ihre Leser ihr nachplappern, daß die deutschen Juden keine deutschen Staatsbürger sind. Das ist die edle antisemitische Kampfesweise der Aeberarier. Wir Juden betrachten es auch als einen Angriff, wenn der D. H.-V. uns als „jüdische Eigenschaften" „Mangel an Mut, Profitgier, schwüle Sinnlichkeit, Mangel an Ehrlichkeit und Reinlichkeit" vorwirst, und wenn er sagt: „Bei der großen Zahl der jüdischen Kaufleute muß auf die Gefahr hingewiesen werden, die darin liegt, daß die deutschen Begriffe von Treu und Glauben zuigunsten der vielfach wesentlich -anderen jüdischen Begriffe von der Ehrlichkeit im Handel verschwinden." Der D.H'.-V. müßte es eigentlich mit Freuden begrüßen, daß solche, seiner Ansicht nach minderwertigen Kaufleute seine Mitglieder nicht beschäftigen wollen, die doch dadurch vor der Gefahr bewahrt würden, sich solche schlechten Eigenschaften, anzneignen! Außerdem „müssen" doch die jüdischen Geschäftsinhaber, wie der D. H.-V. sagt, mit den deutschnationalen Gehilfen arbeiten, was doch narr bedeuten kann, daß die jüdischen Geschäftsinhaber ohne solche Gehilfen nicht auskommen können. Wenn dem so ist, dann würden sich die Juden doch selbst dadurch schädigen, daß sie ans solche Mitarbeiter Verzichtern